Ach, diese ausufernde Politik. Sogar auf der Bundesebene schreitet die Pforzheimisierung der Republik voran: Immer mehr Parteien und Gruppierungen streben mit realistischen Chancen in den Bundestag. In Pforzheim nähert sich bekanntlich die Zahl der Gemeinderatskandidaten der Zahl der Wählerinnen und Wähler stark an. Stand jetzt gibt es andererseits für die Podiumsdiskussion „Pforzheim vor der Oberbürgermeisterwahl“ am Dienstag, 29. April, im Kulturhaus Osterfeld doppelt so viele Moderatoren (nämlich zwei, die bezaubernde Stefanie Wally und der in Ehren ergraute Marek Klimanski) wie Kandidaten (bislang einzig Amtsinhaber Peter Boch, über den sich ja irgendwie beides sagen ließe).
Eine Kolumne von PZ-Redakteur Marek Klimanski
Immerhin reduziert sich die Zahl der offiziellen städtischen Kandidatenvorstellungen nunmehr: Ursprünglich waren wie bei der vergangenen OB-Wahl 2017 sechs vorgesehen. Die zentrale im CongressCentrum und je eine in den Stadtteilen Eutingen, Büchenbronn, Würm, Hohenwart und Huchenfeld. Vor acht Jahren waren es aber auch zum vergleichbaren Zeitpunkt bereits vier Kandidaten.


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Dass dem Gemeinderat nun der Vorschlag unterbreitet wird, auf zwei der fünf Stadtteiltermine zu verzichten, liegt aber nicht daran. Es ist vielmehr dem Kalender geschuldet. Um mit den Wahlterminen nicht in die Pfingstferien zu kommen, haben Stadtverwaltung und Gemeinderat den 4. Mai für den ersten, womöglich bereits entscheidenden Durchgang auserkoren. Womit die Vorwahlzeit genau in die Wochen der Ostertage und Maibaum-Hocketsen fällt. Schon die zentrale Kandidatenvorstellung im CCP am Mittwoch, 16. April, liegt in den Osterferien.


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Angesichts vieler Veranstaltungen in den Ortsteilen sei es gar nicht mehr möglich gewesen, genügend freie Termine zu finden, so dass die dortigen Ortschaftsräte übereingekommen seien, die Kandidatenschau für Huchenfeld, Würm und Hohenwart gemeinsam stattfinden zu lassen. Nach Nahversorgung, Schule und bald auch Hallenbad wird Huchenfeld damit immer mehr zum Zentrum südöstlich von Pforzheim. Zum Mittelpunkt des Pforzheimer Teils der Galaxie, äh, des Gäus. Ein bisschen müssen die Städter drunten im Tal aufpassen, dass ihnen da oben nicht der Rang abgelaufen wird vom schmucken, gut aufgestellten Stadtteil auf der Höhe. Aber das ist ja immer das Risiko, wenn die Leute eine Wahl haben.


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