Pforzheim. Die Fraktionen ZfP/UB/GfP sowie Grüne/WiP/Linke kritisieren das Aus des Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) scharf. Aus ZfP/UB/GfP-Sicht sei das aufgrund des eingeschlagenen Konzeptes absehbar gewesen. Ein MVZ sollte, so der Fraktionsvorsitzende Maximilian Müssle, ein breites Spektrum an medizinischer Versorgung bieten können. Stattdessen wählte man den Weg, eine bestehende Facharztpraxis für Kinderheilkunde aufzukaufen.
Somit war es nicht möglich, den Erwartungen, auch Erwachsenen ohne eigenen Hausarzt einen Anlaufpunkt zu bieten, gerecht werden zu können. Trotz Zuschüssen im sechsstelligen Bereich konnte, so Fraktionsvize Thomas Goßweiler, kein finanziell selbsttragendes Konzept durch die Stadt, dessen Tochtergesellschaft das MVZ war, aufgestellt werden. Nachfragen seien abgeblockt worden. Die Fraktion Die Grünen/ WiP/Die Linke bedauert die Entwicklung im MVZ Pforzheim sehr und kritisiert, dass es so weit kommen musste. „Es ist ein Armutszeugnis für die Verwaltung und den Aufsichtsrat, dass es nicht gelang, mit den Ärzten ein gemeinsames Konzept zu finden.“ Für die medizinische Versorgung der Säuglinge, Kinder und Jugendlichen in Pforzheim sei es eine Katastrophe. „Die Stadt hat nun eine schlechtere medizinische Versorgung für Kinder als vor der Gründung des MVZ.“ Die Fraktion fordert schnellstmöglich eine Lösung, weil sonst die Kassensitze der Ärzte ungenutzt bleiben. Es stelle sich zudem die Frage, inwieweit der aktuelle MVZ-Geschäftsführer noch tragbar ist.


Hoffnungsträger gescheitert: Pforzheimer MVZ bald ohne Kinderärzte



