Sie kümmern sich um Menschen mit Adipositas am Siloah St. Trudpert Klinikum: Oberarzt Dr. Dieter Arbogast, Adipositas-Assistentin Nicole Henich, Oberarzt Kirill Petrov und Chefarzt Dr. Tim Schulz.
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Pforzheim
Pforzheimer Siloah-Klinikum: Adipositaszentrum erhält Zertifizierung als Kompetenzzentrum

Pforzheim. Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland leidet an krankhaftem Übergewicht. Das Adipositaszentrum am Siloah St. Trudpert Klinikum in Pforzheim ist nun als Kompetenzzentrum zertifiziert worden – und erfüllt damit höchste Qualitätsstandards in der Behandlung.

Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland leidet an krankhaftem Übergewicht, der Adipositas. Er oder sie hat damit ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkbeschwerden, Schlafapnoe, Fettleber sowie bestimmte Krebserkrankungen.

„Vor diesem Hintergrund gewinnt eine umfassende und qualitätsgesicherte Behandlung in spezialisierten Zentren, die Kompetenzen aus Chirurgie, Endokrinologie, Gastroenterologie, Ernährungsmedizin, Psychologie und Physiotherapie vereinen, zunehmend an Bedeutung“, heißt es in einer Pressemitteilung des Siloah St. Trudpert Klinikums.

Dessen Adipositaszentrum ist nun von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie als Kompetenzzentrum zertifiziert und in seiner Arbeit bestätigt worden. „Damit erfüllt das Zentrum höchste Qualitätsstandards in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Menschen mit Adipositas“, so das Krankenhaus.

Das Adipositas-Team um Chefarzt Dr. Tim Schulz gewährleiste eine individuell abgestimmte Therapie. Diese beginne in der Regel mit einer sechsmonatigen konservativen Behandlung, die aus einer Kombination von Ernährungsberatung, Bewegungstherapie sowie gegebenenfalls psychologischer Betreuung bestehe. „Wenn keine ausreichenden Erfolge erzielt werden, können die Ärzte eine bariatrische Operation an Magen und/oder Darm in Betracht ziehen“, heißt es. In ausgewählten Fällen komme alternativ eine medikamentöse Therapie mit sogenannten „Abnehmspritzen“ zum Einsatz. „Das Ziel aller Therapieschritte ist es, eine langfristige Gewichtsreduktion zu erreichen und Begleiterkrankungen zu mindern beziehungsweise vorzubeugen“, erklärt Oberarzt Kirill Petrov, Koordinator im Adipositaszentrum. Das Zentrum biete das gesamte Spektrum der bariatrischen Chirurgie an. Mit den Operationsverfahren könne eine Gewichtsreduktion von durchschnittlich 70 Prozent des überschüssigen Körpergewichts erreicht werden. Damit seien bariatrische Eingriffe im Vergleich zu konservativen oder medikamentösen Therapieoptionen die effektivsten Behandlungsmethoden. Nach der Operation sichere ein strukturierter Nachsorgeplan den langfristigen Therapieerfolg. „Adipositas ist mehr als eine hohe Zahl auf der Waage – sie betrifft die körperliche und seelische Gesundheit. Wir möchten Menschen nachhaltig auf ihrem Weg zu mehr Lebensqualität unterstützen und begleiten.“