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Die Ekats beim „Trümmercafé“ im Stadtteilzentrum im Vorfeld des 23. Februar mit der Zeitzeugin Elisabeth Giek (sitzend) und Mit-Quartiersrätin Ria Flatt bei der Ausgabe der Grießklößchensuppe.  Foto: Meyer 

Pforzheimer „Trümmer-Café“ für einen Tag wie zu Kriegszeiten

Pforzheim. Die Tür zum Stadtteilzentrum des Stadtjugendrings an der KF/Steubenstraße steht offen. Drinnen duftet es, die Tische sind eingedeckt – die meisten Besucher werden erst am Nachmittag eintreffen: Kinder und Jugendliche aus dem Quartier, überwiegend mit ausländischen Wurzeln, oft aus Kriegsgebieten. An diesem Tag werden sie mit Menschen ins Gespräch kommen, die ebenfalls die Schrecken eines Kriegs erlebt haben – Deutsche wie die gebürtige Pforzheimerin Elisabeth Giek (88), die Sudetendeutsche Sonja Ekat (65) und ihr Mann Werner (79), als Fünfjähriger geflohen aus Königsberg in Ostpreußen.

Sie löffeln Grießklößchensuppe, garniert mit Schnittlauch, geschöpft von Ria Flatt, eine der Quartiersrätinnen. „Ein Sonntagsessen damals“, erinnert sich Elisabeth Giek, die das Glück hatte, fünf Monate vor dem verheerenden Bombardement vom 23. Februar 1945 im Rahmen der Kinderlandverschickung in Schonach im Schwarzwald zu sein, während ihre Heimatstadt in Schutt und Asche versank. Rund 18.000 Menschen verloren ihr Leben – davon Gieks Mutter und zwei Brüder. Erst zwei Jahre später schlug sie mit ihrem Vater wieder Wurzeln in der Stadt, die immer noch einer Trümmerwüste glich. Nicht von ungefähr heißt an diesem Montag das Stadtteilzentrum „Trümmer-Café“. Es wird gegessen wie zu Kriegszeiten. Mehr über das „Trümmer-Café“ lesen Sie am Dienstag. in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Olaf Lorch-Gerstenmaier

Olaf Lorch-Gerstenmaier

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