Amtseinführung von Baubürgermeister Tobias Volle 2024: Die Hälfte der hier Tätigen sind Frauen, die Führungsriege indes ist fest in männlicher Hand.
Röhr/PZ-Collage
Pforzheim
Pforzheimerinnen erobern Arbeitsmarkt, weil Pforzheims Männer ihren Platz räumen – außer den Chefsessel

Pforzheim . Die Älteren unter uns kennen den Spruch noch gut: „Gott erhalte mir meine Gesundheit und die Arbeitskraft meiner Frau.“ Kann man so halbwitzig finden. Man kann ihn aber auch wahr werden lassen – wie wir in Pforzheim. Wir haben es nun in die kleine Riege derjenigen baden-württembergischen Großstädte und Landkreise mit mehr weiblichen als männlichen Arbeitnehmern geschafft. Jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamts zufolge, passend zum Weltfrauentag an diesem Sonntag, sind hier 51,6 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiblich. Mehr als die Hälfte – das gibt es sonst nur noch in den Uni-Standorten Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Konstanz. Dazu Baden-Baden, Calw, Lörrach und Waldshut-Tiengen.

Eine Kolumne von PZ-Redakteur Marek Klimanski

In Pforzheim war das so auf den ersten Blick nicht zu vermuten; die Repräsentanten und obersten Arbeitnehmer der Stadt, das Stadtoberhaupt und seine drei hauptamtlichen Stellvertreter, sind in Gestalt der Herren Boch, Büscher, Volle und Fillbrunn nun mal Männer. Zugegeben: Wahlbeamte, keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Abgesehen davon haben die Pforzheimer den Sprung über die 50-Prozent-Frauenquote auf ganz eigene Art geschafft: als die landesweit einzigen, bei denen nicht die Zahl der erwerbstätigen Frauen nennenswert stieg, sondern die Zahl der angestellten Männer sank (um fünf Prozent).

Nach diesem Vorbild männlichen Verzichts auf die Beschwerlichkeiten eines Jobs könnte es allerdings auch auf der Bürgermeisterbank wieder was werden mit einer besseren Geschlechterverteilung. Ganz nach dem Motto: „ Gott erhalte mir meine Freizeit und die Führungskraft meiner Frau.“