Eine Flugeinlage im Windkanal ermöglicht der „Flyspot“.
Aneta Zalewska
Pforzheim
Pforzheims Partnerstadt Tschenstochau bietet Kindern mächtig viel Spaß
  • Aneta Zalewska für die Deutsch-Polnische Gesellschaft

Pforzheim/Tschenstochau. Wenn meine Mutter Teresa, Jahrgang 1954, sich an ihre Kindheit in Polen erinnert, in dem unaussprechlichen Ort Praszczyki in der Nähe von Tschenstochau, sind es vor allem Erinnerungen an die Arbeit auf dem Bauernhof und die sieben Geschwister, die sie als älteste Schwester beaufsichtigen musste. Zeit zum Spielen und Lernen gab es kaum.

Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, erinnere ich mich vor allem an die Nachbarskinder, mit denen ich und mein Bruder die ganze Zeit im Freien verbracht haben. Gekaufte Spielzeuge gab es nicht viele, dafür Tiere, einen kleinen Fluss und ganz viel Spaß.

Wenn ich jetzt meine Tochter Viktoria (12) und ihre gleichaltrigen Cousinen und Cousins in Polen sehe, staune ich über das dortige Spielangebot für Kinder. Deren Bespaßung ist äußerst vielfältig, das Angebot reicht von Naturparks bis zu Extremsportarten.

Nahe Tschenstochau gibt es in einem Wald den Vergnügungspark „Korzonek“ für Naturliebende und deren Kinder. Der Ortsname „Korzonek“ bedeutet „die Wurzel“. Der Park ist naturbelassen und hochwertig eingerichtet. Neben einem kleinen Mini-Zoo, einem Gemüsegarten und unzähligen Spielgeräten und -einrichtungen, die nur aus heimischem Holz, ohne Kunststoffelemente und Plastik, dafür mit natürlichen Stoffen und Materialien hergestellt wurden, gibt es einen Hochseilgarten, eine Inline-Skateanlage, einen Wasserspielplatz für die Kleinsten, einen Sandstrand und ein riesiges Trampolin. Das Spielangebot wird abgerundet durch altertümliche Spielzeuge, die an die Zeiten der Großeltern erinnern: Tic-Tac-Toe oder Drei gewinnt, Wurfanlage, Kugelstoßen – um ein paar zu nennen.

Klettern am Hochseil wird in Tschenstochau ebenso angeboten.
Aneta Zalewska

Wenn man die Kinder eine Nummer größer unterhalten möchte, fährt man als Tschenstochauer zu „Energylandia“, dem größten Freizeitpark in Polen mit 123 Attraktionen auf 70 Hektar. Oder man baut im eigenen Garten einen Mini-Vergnügungspark mit einer Kletterwand, einem Hochseil, einem Trampolin und obligatorisch einem Pool – so wie mein Cousin Michal in Praszczyki.

Für die mutigen Kinder, die Fliegen möchten, gibt es in Kattowitz, eine Autostunde von Tschenstochau entfernt, das Indoor Skydiving „Flyspot“. In einem durchsichtigen Windkanal erlebt man das Gefühl des freien Falls, wie beim Fallschirmspringen: Adrenalin pur. Und all das passiert in einem vertikalen aerodynamischen Tunnel mit einem Durchmesser von 4,50 Metern und einer maximalen Windgeschwindigkeit von 310 Kilometern pro Stunde. Man wird von professionellen Instruktoren betreut, der Spaß dauert nur drei Minuten, und dafür muss man schon tiefer in die Tasche greifen. Es gibt allerdings so viele Interessenten, dass man auf jeden Fall reservieren muss. Die Besucher schauen dem Spektakel zu, alles wird gefilmt und natürlich gepostet.