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Aus voller Überzeugung konservativ: Der Stadtrat Philipp Dörflinger will für die CDU in den Landtag.  Foto: Meyer 

Phillip Dörflinger in der PZ-Serie „10 Fragen in 10 Minuten“: „Nicht zu fein, die Ärmel hochzukrempeln“

Im Format „Zehn Fragen in zehn Minuten“ stellen sich die Landtagskandidaten vor der Kamera den Fragen der PZ. Dieses Mal: Philipp Dörflinger, Landtagskandidat der CDU für den Wahlkreis 42 Pforzheim.

PZ: Herr Dörflinger, sagen Sie uns doch einmal etwas Neues über sich.

Philipp Dörflinger: Meine Freunde wissen das, es weiß aber vielleicht nicht jeder: Ich habe zwei Hunde, Eddy und Oscar, mit denen verbringe ich sehr, sehr gerne viel Zeit. Es sind Bürohunde, mein ganzes Büro liebt sie. Sie sind durchaus manchmal anstrengend, aber zwei wunderbare kleine Racker, und ich würde sie nicht missen wollen.

Wann waren Sie das letzte Mal richtig glücklich?

Oh, beispielsweise letztes Wochenende, als ich zusammen mit meinen Hunden und meiner Freundin spazieren war im Schnee.

Welche eigene politische Entscheidung bereuen Sie?

Ich muss ehrlich gestehen – ohne dass sich das anhört wie eine Plattitüde –, dass ich keine einzige eigene politische Entscheidung oder auch private Entscheidung bereue. Ich glaube, alles im Leben hat einen Sinn, so wie es passiert. Und auch, wenn mal etwas nicht passiert, man scheitert oder vielleicht auch mal irgendwas nicht so ausgeht, wie man es sich erhofft, ist es am Ende doch für irgendetwas gut. Deshalb: Ich bereue nichts, nein.

10 Fragen in 10 Minuten: Philipp Dörflinger (CDU, Pforzheim)
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10 Fragen in 10 Minuten: Philipp Dörflinger (CDU, Pforzheim)

Haben Sie in den vergangenen Monaten neue Seiten an sich entdeckt?

Ja! Ich bin von Haus aus ein sehr kommunikativer Mensch. Ich mag es, mit Leuten zu sprechen, gesellig zu sein, nah bei ihnen zu sein. Ich verbringe unglaublich gerne viel Zeit mit meinen Freunden und war eigentlich immer auf Zack und unter Strom. Und ich muss gestehen, dass ich in letzter Zeit der Pandemie – so sehr es mir fehlt, mich mit meinen Freunden auszutauschen – wirklich anfange, es zu genießen, auch mal einen Abend in Ruhe daheim zu sitzen. Vielleicht ein schönes Glas Wein zu trinken und entspannt einen Film anzuschauen. Das war mir vor dieser Pandemie noch nicht so bewusst.

Was haben Sie den Wählern zu bieten?

Ich bin der festen Überzeugung, dass es bei der Landtagswahl am 14. März einerseits um politische Inhalte geht, um die besten Konzepte, wie wir unsere Region, unser Land, unsere Heimat fit für die Zukunft machen. Das sind bei mir die Themen Wirtschaftspolitik: Wie werden wir wieder eine der innovativsten Regionen, wie bringen wir Pforzheim, Birkenfeld, Engelsbrand, Ispringen, Kieselbronn wieder „back on track“? Das ist zweitens das Thema Bildung: Wie schaffen wir es, dass wir eine leistungsorientierte, wirklich gute Bildungsinfrastruktur haben, die jedem gerecht wird und jeden fördert? Und drittens natürlich auch das Thema: Wie schaffen wir es, dass wir unsere Region sicher machen, dass sich hier jeder gerne aufhält, dass sie sauber ist? Und ich glaube, mein Angebot ist es, dass es neben diesen Inhalten eben auch noch jemanden gibt, der für die Pforzheimerinnen und Pforzheimer, für die Personen in Birkenfeld, Engelsbrand, Ispringen und Kieselbronn kämpft, sich nicht zu fein ist, die Ärmel hochzukrempeln und mit anpackt.

Womit stehen Sie sich manchmal selbst im Weg?

Das ist eine sehr, sehr spannende Frage. Ich glaube, wenn ich ehrlich bin, dann ist es die Eigenschaft, wenn jemand eine Idee hat, immer zu sagen: „Jawohl, komm’, wir machen das.“ Sei es jetzt, innerhalb von sieben Tagen eine Drohnenshow in Pforzheim auf die Beine zu stellen oder über Nacht Fahrräder in der ganzen Stadt zu verteilen mit Blumen drauf. Einfach dieser Anspruch, zu sagen: „Komm’, wir machen das.“ Und: „Nein gibt es nicht, wir probieren es einfach.“ Das ist etwas, was mich ausmacht, mich auszeichnet, aber natürlich auch etwas, was auf Dauer vielleicht nicht immer funktioniert. Und manchmal ist es auch mal gut, wenn man einen Schritt zurückgeht, nochmal drüber nachdenkt: Ist das wirklich eine gute Idee, können wir das machen? Das ist durchaus etwas, was ich noch einen Tick öfter machen sollte.

Wie gehen Sie mit Politiker-Bashing um?

Naja, ich bin der Überzeugung, dass es Bashing aus zwei Gründen gibt. Der erste Grund ist, dass man einfach nicht mit der Meinung einhergeht, dass man einfach konträr dazu steht. Da hilft im Zweifel der politische Diskurs. Da hilft aber auch ganz viel Anstand, und selbst wenn jemand einem vielleicht das eine oder andere doofe Wort an den Kopf wirft, ist es trotzdem gut, wenn man den Anstand wahrt, freundlich bleibt und sagt: „Sie haben Ihre Meinung, ich habe meine Meinung.“

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Die Botschaft an alle, die der Landtagskandidat im Gespräch mit PZ-Redakteurin Anke Baumgärtel formuliert: Setzt Euch ein für Eure Stadt!

Das zweite Thema, und da müssen wir schon nochmal deutlich darauf hinweisen, ist der Fall, wenn es gar nicht darum geht, welchen Inhalt die Person vertritt. Es gibt manchmal leider Menschen, die einfach nur nörgeln wollen, die einfach nur meckern wollen. In Pforzheim würden wir sagen: die einfach nur bruddeln wollen. Und im Zweifel artet das dann eben auch in Bashing aus. Und auch da ist, glaube ich, der Weg, das konstruktive Gespräch zu suchen und drauf hinzuzuweisen und zu sagen: „Naja, was genau stört dich denn jetzt daran?“ Und oftmals, wenn man den Menschen zuhört, wenn man ihnen die Zeit schenkt und die Aufmerksamkeit, dann merkt man, dass nicht alles Bashing ist, das am Anfang so aussieht, sondern dass es im Zweifel manchmal einfach nur der Wunsch und der Wille ist, gehört zu werden. Ich finde, das sollte als Politiker eigentlich der Grundanspruch sein, dass wir den Menschen zuhören. Und zwar nicht erst zwei, drei Wochen vor der Wahl, sondern am besten die ganze Zeit während man gewählt ist.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn Corona vorbei ist?

Definitiv mal wieder richtig gut essen zu gehen, meine Freunde in den Arm zu nehmen, gerade auch als jüngerer Mensch wegzugehen abends, die Bar-, Club- und Kulturszene in Pforzheim und der Region auskosten zu können. Da freue ich mich wirklich drauf, das fehlt mir auch.

Wenn es die CDU nicht gäbe, in welcher Partei wären Sie dann?

Ich könnte natürlich jetzt sagen: in der Jungen Liste. Aber mal langfristig gedacht: Ich bin mir nicht sicher, ob es da eine andere Partei gibt, in der ich meine politische Heimat hätte. Ich bin aus Überzeugung CDU-Mitglied, ich bin aus Überzeugung konservativ, weil ich denke, dass es richtig ist, das, was gut läuft, zu erhalten, und es ist auch schützenswert. Und dass man das, was man noch ein bisschen optimieren muss, auch angeht. Ohne da jetzt einseitig oder ideologisch getrieben vorzugehen. Und ich bin mir nicht sicher, ob es aktuell in Deutschland eine andere Partei gibt, die genau diesen Anspruch, so wie ich meine CDU, unsere Volkspartei verstehe, gerade ähnlich umsetzt. Deshalb muss ich leider sagen, wüsste ich es nicht.

Was wollten Sie schon immer einmal vielen Leuten sagen?

Das ist eine Botschaft, die richte ich ganz besonders gerne an alle, die in Pforzheim wohnen, aber gerne auch alle, die drumherum wohnen, beispielsweise in Ispringen, Engelsbrand, Kieselbronn oder Birkenfeld, also in meinem Wahlkreis. Ich glaube, wir haben uns angewöhnt, wirklich schnell zu sagen: „Boah, das läuft nicht. Das ist doch doof.“ Ich habe es eben schon angesprochen, dass wir einfach gerne bruddeln und alles schlechtreden wollen. Das Grundproblem ist doch nur folgendes: Wenn wir immer alles schlechtreden in unserer Stadt, in unserer Heimat, dann wird es nicht besser. Und wenn jeder junge Mensch sagt, ich möchte nach meinem Abitur, meinem Schulabschluss, meiner Lehre bloß schnell weg in eine andere Stadt, eine Großstadt oder sonst wohin, dann fehlen im Zweifel genau die Leute, die etwas verändern könnten. Deshalb ist die Botschaft, die ich gerne den meisten Menschen einfach mal mitgeben wollen würde: Bleibt hier, krempelt die Ärmel hoch und setzt euch ein. Jeder Einzelne von uns kann den Unterschied machen. Jeder Einzelne hat mit Sicherheit ein Thema, das ihn stört. Vielleicht anstatt nur darüber zu sprechen, was mich stört, mal selbst überlegen: Wie kann ich das denn besser machen? Das können schon die eigenen Blumen auf dem Balkon sein, damit vielleicht das ganze Haus grün erstrahlt und überall Pflanzen sind. Das kann sein, dass ich meinen Müll nicht wie die Zigarettenkippe auf den Boden werfe, sondern in den Mülleimer. Oder dass ich mich in einem Verein engagiere und zusammen mit anderen Menschen etwas auf die Beine stelle. Ich glaube, das ist die größte und wichtigste Botschaft, die ich irgendjemandem gerne einmal sagen möchte. Setzt Euch ein! Das ist unsere Stadt, das ist unsere Region. Wir haben es in der Hand, wie Pforzheim, wie unsere Region in den nächsten zehn, 20 Jahren aussieht.

Zur Person: Philipp Dörflinger

Partei: CDU

Wahlkreis: 42 Pforzheim

Beruf: Geschäftsführer in der IT- und Medienbranche

geboren: 1997 in Pforzheim

Wohnort: Pforzheim

Politisches Amt: Stadtrat für die Junge Liste (seit 2019)

Anke Baumgärtel 2

Anke Baumgärtel

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