Pforzheim. Größere und kleinere Rindenstücke liegen in Pforzheim im Umfeld von Platanen. Deren Stämme nebst den Ästen zeigen sich mehr und mehr nackt. Werden die beispielsweise an der Karlsruher Straße auf der Wilferdinger Höhe oder entlang der Enz an der Jörg-Ratgeb-Straße stehenden Bäume ein Opfer der derzeitigen Hitzewelle?
„Mitnichten“ sagen die Fachleute. Die beliebten Stadtbäume, die als robust gegenüber Umwelteinflüssen wie Autoabgasen oder anderen Luftschadstoffen gelten, „blühen“ bei hohen Temperaturen offenbar regelrecht auf. „Die abfallende Borke ist ein gutes Zeichen für Vitalität“, sagte beispielsweise ein botanischer Experte auf Anfrage der Deutschen Presseagentur (dpa). Auch Carsten Schwarz, Chef des hiesigen Wildparks und „Hüter der Bäume“ in Pforzheim, hat schon Anfragen von Bürgern erhalten, die sich um die Platanen sorgen, die hitzebedingt das Phänomen zeigen, dass die Rinde regelrecht abgesprengt wird. Aber auch er kann Entwarnung geben.
Alles sei „im grünen Bereich“. Die Platanen befreien sich sozusagen von der zu eng gewordenen Borke. Das ist ein Wachtsumsprozess und kein Anzeichen für Austrocknen. Der habe im Frühjahr vielmehr dazu geführt, dass diese Stadtbäume danach kräftig gewachsen sind. Daher platzt die alte, dunkle Rinde nun ab und zum Vorschein kommt die neue, helle Rinde. „Rinde“, auch wenn es so nicht aussehen mag.
Gut 1500 städtische Platanen, so Carsten Schwarz, stehen auf dem Pforzheimer Stadtgebiet. Wobei er noch einen Hinweis parat hat: „Die abgestoßene Rinde eignet sich übrigens ganz gut zum Anschüren in Kaminöfen. So hat das Material noch einen Nutzen und füllt nicht unnötig die Biotonne.“ Oder: Die abgefallen Rinde einsammeln und im Garten als Mulch, als Dünger verwenden. Bei den hitzegestressten Exemplaren „Platanus Acerifloria“ ist jedenfalls alles „im grünen Bereich“.

