Pforzheim. „Wohnst Du nur oder lebst Du auch?“ Unter diesem Motto fand im Alten Schlachthof in Pforzheim eine Podiumsdiskussion mit den Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl für den Wahlkreis Pforzheim statt, so der Veranstalter in einer Pressemitteilung. Geladen hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund Nordbaden (DGB) mit seinen Gewerkschaften, der Mieterverein Pforzheim und die Genossenschaft Gewerbekultur.
Gekommen waren Annkathrin Wulff (SPD), Simon Schwarz (Bündnis90/Die Grünen), Andreas Renner (CDU), Marvin Weiß (Die LINKE) und in Vertretung für Ulrich Rülke der Calwer Kandidat Johannes Feldmann (FDP). Außerdem war Regine Neuweiler-Tran (Volt) mit einem Infostand vertreten.
Drei Fragerunden
Nach einer gut besuchten Führung durch die neu geschaffenen Ateliers im Alten Schlachthof mit vielen Informationen zum Projekt ging es dann auf dem Podium schnell zur Sache. In drei Fragerunden, die von den drei Veranstaltern abwechselnd moderiert wurden, wurden die Themenbereiche Arbeit und Wirtschaft, Mieten und Wohnungsmarkt sowie gemeinwohlorientiertes Wohnen zur Diskussion gestellt. Beim Einstiegsthema Arbeit und Wirtschaft wurden recht schnell die unterschiedlichen Herangehensweisen der vertretenen Parteien deutlich herausgearbeitet. Das Spektrum der Lösungsvorschläge reicht von Transformation und Digitalisierung über Bürokratieabbau bis hin zu Stärkung der Belegschaftsinteressen.
{element}
Einig ist man sich, dass ein größeres Augenmerk auf gute Bildung gelegt werden muss und dass diese nicht mit dem Schulabschluss endet und große Zustimmung findet auch der Vorschlag der kostenlosen Kindertagesstätten.
Vor allem in Sachen Mietendeckelung und staatliche Steuerung zeigt sich, dass Andreas Renner und Johannes Feldmann stark auf Deregulierung und die Kräfte des freien Marktes setzen, während Annkathrin Wulff, Simon Schwarz und vor allem Marvin Weiß feststellen, dass gerade finanziell schwächere Mitglieder der Gesellschaft wie Kranke, Alleinerziehende oder Studierende ohne klare staatliche Vorgaben kaum die immer stärker steigenden Kosten für Wohnraum stemmen können.
{element}
Einig sind sich alle Diskutanten auf dem Podium, dass sich die Politik bemühen muss, dass neue Formen von Wohnen gefördert werden und bei den Menschen ankommen. Integrative Wohnformen, generationenübergreifende Wohnprojekte oder gemeinwohlorientierte Wohnprojekte werden vorgeschlagen. Große Zustimmung erhält hier der Alte Schlachthof, wo mit großem bürgerschaftlichem Engagement die Schaffung eines ganzen Quartiers geplant und teilweise schon umgesetzt ist. Solche Projekte haben nach einhelliger Meinung Vorbildfunktion und sollen von der Politik unterstützt werden.
Nach der Diskussion standen alle Kandidaten an ihren Infoständen noch für Fragen und detailliertere Infos zur Verfügung, was vom Publikum auch rege genutzt wurde.

