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Polizeiliche Kriminalstatistik: So haben sich die Zahlen für Pforzheim und die Region entwickelt

Pforzheim/Enzkreis/Calw/Karlsruhe. Die Polizei hat am Montagmittag die Kriminalstatistik des Jahres 2018 für Pforzheim, den Enzkreis, Kreis Calw und Karlsruhe veröffentlicht. Die Kriminalität ist demnach zum dritten Mal in Folge zurückgegangen, die Goldstadt und der Enzkreis zählen nach wie vor zu den sichersten Orten im Land. Allerdings: Der starke Anstieg der Sexualdelikte lässt aufhorchen.

Laut der Statistik ist die Kriminalität im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe zwar etwas schwächer als im Landestrend, aber dennoch um 1,3 Prozent zurückgegangen. Pforzheim gilt nach wie vor als die zweitsicherste kreisfreie Großstadt in Baden-Württemberg, Enzkreis als der sicherste und Calw als der zweitsicherste Landkreis.

Polizeiliche Kriminalstatistik: Goldstadt und Enzkreis zählen zu sichersten Orten
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Polizeiliche Kriminalstatistik: Goldstadt und Enzkreis zählen zu sichersten Orten

Eigentumskriminalität

Die Fälle von einfachem als auch besonders schwerem Diebstahl haben mit rund 20.000 Fällen den größten Anteil an der Gesamtkriminalität. Allerdings befinden sich diese Delikte dennoch auf einem Zehn-Jahres-Tiefstand. 

Auch beim Wohnungseinbruch hat die Polizei Positives zu vermelden, die Aufklärungsquote hat sich seit 2017 nahezu verdoppelt – allerdings blieb es bei fast der Hälfte der registrierten Wohnungseinbrüche (42,5 Prozent) beim Versuch.

Jugendkriminalität

Die Jugendkriminalität ging 2018 ebenfalls zurück. Hier fiel die Anzahl der Tatverdächtigen um 8,9 Prozent, auch bei Kindern und Heranwachsenden sind die Zahlen positiv.

Sexualdelikte

Noch stärker als im Landesdurchschnitt (+24,5 Prozent) stiegen beim Präsidium Karlsruhe allerdings die Fallzahlen der Sexualdelikte mit 38,1 Prozent um 206 auf 747 Fälle. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass mit dem neuen Straftatbestand der sexuellen Belästigung (§ 184 i StGB) Fälle als Sexualstraftaten erfasst werden, die bislang nicht oder allenfalls im Einzelfall als Beleidigung (§ 185 StGB) registriert und damit nicht zu den Sexualstraftaten gezählt wurden.

Die Erweiterung des Sexualstrafrechts, die öffentliche Debatte, sowie die mediale Präsenz und die damit zusammenhängende Sensibilisierung der Bevölkerung dürften auch Auswirkungen auf die Anzeigebereitschaft der Opfer gehabt haben. Dies trägt zwar auch zu einer Aufhellung des Dunkelfeldes bei, aber die unmittelbare Vergleichbarkeit der Gesamtzahlen mit den Vorjahren ist schwierig. Der Anstieg betraf alle Stadt- und Landkreise mit Ausnahme des Landkreises Calw, hier gab es einen Rückgang um 23,5 Prozent. In den meisten Fällen der angezeigten Vergewaltigungen (Anstieg um 39 auf 92 Fälle) bestand zumindest eine flüchtige Vorbeziehung. Überfallartig begangene Vergewaltigungen gingen um drei Fälle auf vier registrierte Straftaten zurück.

Die Tatverdächtigen und ihre Herkunft

Bereinigt man die Gesamtstraftaten um die ausländerrechtlichen Tatbestände – also solche Straftaten, die ausschließlich von Nichtdeutschen begangen werden können – stehen den 15.627 deutschen Tatverdächtigen insgesamt 10.560 nichtdeutsche Tatverdächtige entgegen. Zu letzteren werden Flüchtlinge, Austauschstudenten, Fernfahrer, Stationierungsstreitkräfte und Touristen gezählt.

Nach jahrelangem Anstieg war auch hier zum dritten Mal in Folge eine rückläufige Zahl zu verzeichnen.

"Enkeltrick", "Schockanrufe" und "Falsche Polizeibeamte"

Insbesondere bei den Vorfällen im Zusammenhang mit dem Phänomen "Falsche Polizeibeamte und Enkeltrick" sind ein Zuwachs von +55,1 Prozent und ein Anstieg von 200 auf 563 Vorfälle zu verzeichnen. Der Stadt- und Landkreis Karlsruhe ist hierbei besonders hoch belastet. Allerdings gibt es unterschiedliche Handhabungen bei den zuständigen Staatsanwaltschaften. So wird bei den Staatsanwaltschaften Pforzheim und Tübingen der Großteil der Fälle, wenn es lediglich bei einem Anruf bleibt, als straflose Vorbereitungshandlung bewertet, während bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe die Verwirklichung des Tatbestands der Amtsanmaßung in Betracht gezogen wird und somit auch den Weg in die Statistik findet.

Bemerkenswert ist, dass von 142 Fällen beim sogenannten "Enkeltrick" lediglich zehn Fälle oder 7,0 Prozent vollendet wurden und dadurch ein Schaden in Höhe von über 218.000 Euro entstand. Der weit überwiegende Teil der Straftaten blieb im Versuchsstadium. Beim "Angeblichen Polizeibeamten" waren die Täter in 15 Fällen erfolgreich und konnten über 353.000 Euro erbeuten. Seit Monaten wird die Öffentlichkeit mit Flyern und Pressemeldungen aufgeklärt, Zusätzlich werden Bankmitarbeiter und Taxifahrer sensibilisiert. Nicht zuletzt dadurch dürften nur wenige Taten zum Erfolg geführt haben.

Rauschgiftdelikte

Die registrierten Verstöße im Zusammenhang mit der Betäubungsmittelkriminalität hängen maßgeblich mit den polizeilichen Aktivitäten zusammen, deshalb spricht man auch von der sogenannten "Holkriminalität". Der seit 2011 ansteigende Trend setzte sich 2017 nicht fort. Die Delikte blieben mit 4.542 Fällen exakt auf dem Vorjahresniveau. Die Maßnahmen zur Verhinderung einer sogenannten "Offenen Rauschgiftszene" in der Stadt Karlsruhe wurden auch im Jahr 2018 fortgesetzt. Bei entsprechenden Einsatzmaßnahmen wurden insgesamt 342 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, darunter 278 Besitz- und Erwerbsstraftaten, 26 Handelsdelikte und 38 sonstige Straftaten festgestellt und verfolgt. Im Jahr 2018 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe 14 Rauschgifttodesfälle registriert. Das ist ein erheblicher Rückgang um neun Todesfälle, womit das Niveau des Jahres 2014 erreicht wurde.

"Gewalt gegen Polizeibeamte"

Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte sind seit Jahren bundes- und landesweit auf einem besorgniserregenden hohen Niveau. Häufig werden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte nicht nur bei der Durchsetzung von Zwangsmaßnahmen oder bei besonderen Einsatzlagen angegriffen, sondern auch zunehmend bei alltäglichen Standardmaßnahmen. Zur Jahresmitte 2017 wurde der § 114 (1) StGB "Tätlicher Angriff auf Polizeibeamte" in das Strafgesetzbuch aufgenommen. Bei der "Körperverletzung" zum Nachteil von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ist im Jahr 2018 ein Rückgang um 101 Fälle oder 50,2 Prozent auf 100 Fälle feststellbar. Dieser deutliche Rückgang begründet sich vornehmlich auf die Einführung des oben genannten Paragraphen, der in Fällen von körperlichem Vorgehen gegen Polizeibeamten als Führungsdelikt gegenüber der einfachen Körperverletzung in der PKS erfasst wird. Beim Präsidium Karlsruhe wurden 2018 insgesamt 170 Fälle mit "Tätlichem Angriff auf Polizeibeamte" registriert.

Raubdelikte

Die Fallzahlen der Raubdelikte gingen seit ihrem Höchststand im Jahr 2015 zum dritten Mal in Folge zurück. Im Jahr 2018 verringerten sich die Fallzahlen um 14,0 Prozent oder 50 auf 307 Fälle und fielen damit auf den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Während im Stadt- und Landkreis Karlsruhe sowie im Enzkreis rückläufige Fallzahlen registriert wurden, stiegen diese in Pforzheim um neun auf 68 und im Landkreis Calw um zwei auf 24 an.

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