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Für den Pforzheimer Weihnachtsmarkt gebe es keine "konkrete Bedrohung", so die Polizei.
Für den Pforzheimer Weihnachtsmarkt gebe es keine "konkrete Bedrohung", so die Polizei. © PZ
20.12.2016

Polizeisprecher: „Keine konkrete Gefährdung für Pforzheimer Weihnachtsmarkt“

Pforzheim. Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Berlin stellt sich auch in Pforzheim die Frage nach der Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt. Martin Plate, Leiter der Pressestelle des zuständigen Polizeipräsidiums in Karlsruhe, stellt auf PZ-Nachfrage fest: „Für Pforzheim gibt es momentan keine konkrete Gefährdung“, allerdings fügt er hinzu: „Eine 100-prozentige Sicherheit gegen Anschläge gibt es nicht“.

Seit den jüngsten Ereignissen in Paris, Brüssel, Nizza, Ansbach, Würzburg und München habe es in Deutschland eine „abstrakt hohe Gefährdungslage“ gegeben, deshalb seien die Sicherheitsmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten auch höher als sonst, so Plate. Im Falle des Pforzheimer Weihnachtsmarkts bedeute das unter anderem eine stärkere Polizeipräsenz – sowohl offen als auch verdeckt, wie der Pressesprecher weiter erläutert. Durch die hohe Präsenz und sogenannte personenbezogene Maßnahmen seien in ganz Deutschland bereits einige Anschläge abgewandt worden.

Nach der Landesinnenministerkonferenz am Dienstagmittag erklärte Plate, dass die Polizei ihre Bemühungen nochmals intensivieren werde: „Wir wollen alles Menschenmögliche für die Sicherheit der Bürger in Pforzheim und andernorts tun.“ Die Marschrichtung für die Polizei laute: wachsam, aber nicht ängstlich. Weihnachtsmärkte seien prinzipiell ein beliebtes Ziel für islamistische Terroristen. Schon allein wegen ihrer christlichen Symbolkraft, so der Polizeisprecher. Auf einem belebten Platz ließen sich sogenannte „weiche Ziele“, lebende Menschen, leichter treffen.

Jedoch sollten sich die Menschen aus Pforzheim und der Region in jedem Fall frei fühlen, den Weihnachtsmarkt zu besuchen. „Wir leben in einer freien und offenen Gesellschaft und sollten uns nicht einschränken lassen“, erklärt Plate. „Ich für meinen Teil werde nach wie vor weiter auf den Weihnachtsmarkt gehen“. Wenn jemand dennoch aus einem bestimmten Grund ein komisches Gefühl habe, solle er sich nicht scheuen, die Polizei zu verständigen. Die werde dann die Situation bewerten und eventuell eingreifen. Wichtig sei zum aktuellen Zeitpunkt vor allem eines: keine Panik zu verbreiten und Ruhe zu bewahren.
Parallel zu den Bemühungen der Polizei hat die Stadt Pforzheim Kontakt mit ihrem privaten Sicherheitsdienst aufgenommen, um dessen Präsenz zu erhöhen, so der Erste Bürgermeister Dirk Büscher. Die Stadt lasse prüfen, ob weitergehende Maßnahmen eingeführt werden sollen.

Pforzheimer fühlen sich auf dem Weihnachtsmarkt sicher

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