Das Symbol eines Einkaufskorbs leuchtet auf einer Tastatur
Am 11. November erklärt Polizist Christian Koch im PZ-Forum, worauf Menschen beim Online-Banking, Einkaufen im Internet und beim Umgang mit Passwörtern achten sollten.
Symbolfoto: Jens Büttner/picture alliance/dpa
Pforzheim
Polizist erklärt bei PZ-Lesersprechstunde: So schützen Sie sich vor Betrug und Phishing im Internet

Pforzheim. Ob falsche Polizeibeamte, betrügerische E-Mails oder Schockanrufe: Immer wieder werden Menschen Opfer von Betrugsmaschen. Besonders im Internet versuchen Kriminelle, an persönliche Daten, Passwörter oder Geld zu gelangen. Doch wie kann man sich davor schützen?

Antworten darauf gibt ein echter Polizeibeamter am Mittwoch, 11. November, ab 15 Uhr im PZ-Forum. Christian Koch von der polizeilichen Prävention wird im Rahmen der PZ-Lesersprechstunde einen einstündigen Vortrag über Betrugsmaschen, Phishing und sichere Passwörter halten. Im Anschluss können die Besucherinnen und Besucher ihre Fragen zu den digitalen Angeboten der PZ stellen.

Im Interview mit PZ-news gibt Christian Koch bereits einen Vorgeschmack auf seinen Vortrag.

Die PZ-Lesersprechstunde beginnt am Mittwoch, 11. November, um 15 Uhr und findet im PZ-Forum statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

PZ-news: Ob falsche Bankmitarbeiter, betrügerische Nachrichten oder Schockanrufe: Mit welchen Betrugsmaschen versuchen Kriminelle derzeit besonders häufig, Menschen um ihr Geld zu bringen?

Christian Koch: Das sogenannte Phishing, bei welchem die Kriminellen versuchen durch unterschiedlichste Mittel und Vorgehensweisen an Daten oder Passwörter der Betroffenen zu kommen stellt die mit Abstand häufigste Betrugsform unter zu Hilfenahme des Internets dar. Wie das konkret aussehen kann erläutere ich an konkreten Beispielen im Rahmen des Vortrages.

Christian Koch gibt im PZ-Interview einen Vorgeschmack auf seinen Vortrag am Mittwoch, 11. November, im PZ-Forum.
Polizei Pforzheim

Generell gilt: Weder Banken, Behörden noch die Polizei fordern jemals am Telefon oder per Mail sensible Passwörter, Bargeld, Schmuck oder die Übergabe von Zahlungskarten.

Viele Menschen haben Angst, beim Surfen im Internet versehentlich etwas Falsches anzuklicken. Wie gefährlich ist es wirklich, einen betrügerischen Link zu öffnen?

Ein Maß der „Gefährlichkeit“ zu benennen ist nur sehr schwer möglich. Es lauern Gefahren im Netz, das steht fest. Aus diesem Grund ist ein stets auf dem aktuellen Stand gehaltenes Antivirenprogramm ratsam. Hinterfragen Sie grundsätzlich Angebote, die zu schön sind, um wahr zu sein. Wer vermutet, versehentlich auf einen betrügerischen Link geklickt zu haben, sollte die Seite sofort schließen, keine Daten eingeben, keine Downloads starten und im Zweifel die Internetverbindun kurzzeitig trennen, um etwaige unbemerkt gestartete Datenübertragungen zu stoppen.

Ein sicheres Passwort soll möglichst kompliziert sein. Es kann aber ganz schön schwer sein, sich viele verschiedene Passwörter zu merken. Welche einfachen Lösungen empfehlen Sie?

In der Tat sollten sichere Passwörter verschiedene Merkmale wie Groß- und Kleinschreibung sowie Zahlen und Sonderzeichen aufweisen. Solche Passwörter lassen sich mit Hilfe des „Satztricks“ recht leicht merken. Ein eindrückliches Beispiel werden wir im Rahmen des Vortrages gemeinsam erarbeiten.

Angenommen, ich habe auf eine betrügerische Nachricht reagiert, persönliche Daten weitergegeben oder sogar Geld überwiesen: Was sollte ich als Erstes tun?

Wer feststellt, dass er Opfer eines Betrugs geworden ist, sollte vor allem versuchen, Ruhe zu bewahren. Als erstes sollten Sie Ihre Bank informieren und gegebenenfalls Konten sperren lassen. Je schneller reagiert wird, desto höher sind die Chancen Geldflüsse noch zu stoppen. Hierzu können Sie die bundesweite, kostenfrei Sperrhotline. Ebenso sollten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten. Dies ist grundsätzlich bei jeder Polizeidienststelle oder über die Internetwache möglich. Hierzu sollten Sie möglichst viele Beweise sichern wie Chatverläufe, Screenshots, E-Mails. Je nachdem welche Daten weitergegeben wurden sollten Sie die betreffenden Passwörter ändern.

Manche Menschen trauen sich aus Angst vor Betrug kaum noch, Online-Banking zu nutzen oder im Internet einzukaufen. Ist diese Vorsicht berechtigt oder gibt es einfache Möglichkeiten, sich ausreichend zu schützen?

Es ist völlig verständlich und sogar gesund, eine gewisse Skepsis mitzubringen – eine gesunde Vorsicht ist im digitalen Raum der beste Schutz. Dennoch muss niemand aus Angst auf die Bequemlichkeit von Online-Banking oder digitalem Einkauf verzichten. Möglichkeiten, sich zu schützen sind das händische Eintippen der Adresse der Bank oder des Shops im Gegensatz zum Klicken auf Links. Optional kann man sich ein Lesezeichen einrichten, indem man die echte Seite als Lesezeichen oder Favorit abspeichert und künftig über diese Funktion aufruft. Grundsätzlich empfiehlt sich auch immer ein Blick in die Browserzeile. Ist dort zu Beginn ein geschlossenes Schlosssymbol zu sehen und beginnt die Adresse mit „https“ so ist dies ein Zeichen für eine verschlüsselte Verbindung. Um im Falle eines Falles den Schaden möglichst gering zu halten kann ein Tageslimit für Überweisungen mit der Bank vereinbart werden.

Ebenso sollten in Onlineshops ausschließlich sichere Bezahlmethoden wie etwa „Kauf auf Rechnung“ oder „Lastschrift“ verwendet werden. Vorauskasse bei unbekannten Händlern sollte eher vermieden werden.

Wenn Sie unseren Leserinnen und Lesern drei grundlegende Sicherheitstipps für den digitalen Alltag mitgeben könnten: Welche wären das – und was werden die Besucher bei Ihrem Vortrag darüber hinaus erfahren?

Die Tipps möchte ich kurz, knapp und prägnant halten: Erst denken, dann klicken! Für jedes Konto oder jeden Account ein eigenes Passwort machen und die Antivirensoftware aktuell halten

In meinem Vortrag werden wir detailliert auf verschiedene Betrugsmaschen und deren Abläufe eingehen. Darüber hinaus werden wir gemeinsam  anhand einer simplen und leicht zu merkenden Methode sichere individuelle Passwörter erstellen.

Selbstverständlich werden die Teilnehmer die Möglichkeit haben Fragen im Zusammenhang mit sicherem Umgang in der digitalen Welt zu stellen.