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Alle Verantwortlichen: Frank K. Schön, Ramon Schmid, Esther Philipps, Pfarrerin der Markusgemeinde, , Moderatorin Johanna Klee, Anna Teufel, Yvonne Leoni, Sebastian Finn Wolfrum, Dekanin Christiane Quincke, Heike Springhart (Pfarrerin in spe der Johannesgemeinde, von links), Gewinner Hank M. Flemming und Torsten Resack (Zweiter).  Foto: Frommer 

Predigt-Slam in der Markuskirche: Wettbewerb für den Frieden

Pforzheim. Ein Dichterwettstreit mit elf Akteuren: Beim ersten Predigt-Slam in der Markuskirche trafen vier Pfarrerinnen und Pfarrer auf vier junge Poeten. Am Sonntagabend wollten sich mehr als 100 Kirchenbesucher dieses in der Goldstadt neue Format nicht entgehen lassen.

Das übergeordnete Thema des Predigt-Slams lautete „Frieden“ – Anlass war die kollektive Erinnerung an die Zerstörung Pforzheims gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Gastgeberin der neuen Veranstaltung, Pfarrerin Esther Philipps, führte Moderatorin Johanna Klee aus Braunschweig die Gäste in den Ablauf der Veranstaltung und in die Besonderheiten der Wertung, samt „Sechs-Punkte-Applaus“, ein.

Der erste Wortbeitrag lief außer Konkurrenz: Dekanin Christiane Quincke verlas hier einen Brief, den sie an den Frieden, an Pforzheim und gegen Hass und Gewalt, gegen Folter, Flucht und auch gegen Fake News geschrieben hat. Danach ging das Mikrofon an die Slammer: Yvonne Leoni aus Mühlacker trug ihre Zeilen zum „Frieden im Herzen“ vor und erhielt von der Jury 35 (von 60 möglichen) Punkten. Pfarrer Sebastian Finn Wolfrum aus Veitshöchheim („Freidensduft“, 48 Punkte) und Poet Hank M. Flemming („Stilles Mädchen“, 58 Punkte) folgten unmittelbar. Flemmings Vortrag geriet zu einem ersten Höhepunkt des Abends und erhielt sehr viel Beifall aus den Reihen der Zuhörer. Heike Springhart (ab 1. April Pfarrerin der hiesigen Johannesgemeinde) komplettierte das erste Slammer-Quartett mit einem Text, der zwischen „flackernd leuchtenden Wörtern“ und „WhatsApp-Häkchen-Sucht oszillierte. Ihr Beitrag erhielt von der Jury 48 Punkte. Nach der Pause – und angeregten Gesprächen – stellten Ramon Schmid („Auf ein Neues“/Song-Zitat: „Kaperfahrt“, 42 Punkte), Franz K. Schön, der Vorstand des Diakonischen Werks in Coburg, („Den Frieden bitten, zu bleiben“, 45), Poetin Anna Teufel („Frauen und gesellschaftliche Normen“, 50) und der weitgereiste Theologe Torsten Resack („Harter Text“/Song-Zitat: „One Of Us“, 55) ihre Beiträge Publikum und Jury vor. Das spannende Finale bestritten die beiden Punktbesten des Abends: Hank M. Flemming („Die Ballade vom Schiff“) und Torsten Resack („Liebe“). Der aus dem Erzgebirge stammende und in Tübingen lebende Flemming wurde durch den etwas stärkeren Applaus zum Sieger gekürt. Er gab sich im PZ-Gespräch bescheiden: „Ehrlich gesagt ist es ziemlich egal, wer bei einem Slam gewinnt. Natürlich hat es mich auch gefreut, dass die neuen Texte, die ich ausprobiert habe, gut ankamen.