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Das Land hält Pforzheim reif für eine Mietpreisbremse. Der Mieterverein sagt endlich, und Vermieter sprechen von Abschreckung.
Meyer
Pforzheim
Preise sind gesunken: So viel kostet ein Einfamilienhaus in Pforzheim

Pforzheim. Der Pforzheimer Immobilienmarkt hat 2024 sichtbar an Schwung gewonnen, nachdem die Verkäufe im Vorjahr eingebrochen waren. Laut dem aktuellen Marktbericht des Gutachterausschusses wechselten 1196 Immobilien den Besitzer – ein Plus von 23 Prozent im Vergleich zu 2023. Das Verkaufsvolumen stieg um 25 Prozent auf 437 Millionen Euro. Trotz dieser Erholung bleibt die Zahl der Kaufverträge klar unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 1520 Transaktionen.

Buckenberg boomt am meisten

Der mit Abstand größte Marktbereich sind Eigentumswohnungen: 636 Verkäufe bedeuten ein Plus von 23 Prozent, der Marktanteil liegt bei 53 Prozent, was bedeutet, dass in Pforzheim 118 Millionen Euro mit Eigentumswohnungen umgesetzt wurden. Bestandswohnungen kosteten im Schnitt 2498 Euro pro Quadratmeter – was bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung rund 175.000 Euro entspricht. Besonders aktiv war der Buckenberg/Haidach: Dort wechselten sieben Wohnungen pro 1000 Einwohner den Besitzer. Die Stadtteile Nordstadt und Südoststadt folgen mit etwa fünf Kauffällen pro tausend Einwohner.

Neubauwohnungen sind kaum auf dem Markt: Nur sechs Verkäufe wurden erfasst, der Preis lag im Schnitt bei 4340 Euro pro Quadratmeter, rund 14 Prozent weniger als im Vorjahr – vor allem, weil die verkauften Einheiten kleiner waren. Im Bereich Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen die Verkäufe um 25 Prozent auf 212 Objekte. Dennoch bleibt das Niveau deutlich unter dem Vor-Corona-Jahr 2019. Die Preise sanken mit durchschnittlich drei Prozent leicht: Freistehende Häuser kosteten im Schnitt 533.000 Euro (2023: 551.000 Euro), Doppelhaushälften 405.000 Euro (2023: 383.000 Euro) und Reihenhäuser 339.000 Euro (2023: 346.000 Euro). Sanierungsbedürftige Altbauten sind im Schnitt 23 Prozent günstiger als modernisierte Objekte und stellen etwa 80 Prozent des Angebots. Hauptgründe für die Preisunterschiede sind laut Gutachterausschuss gestiegene Anforderungen an die Energieeffizienz sowie Kostenunsicherheiten bei umfangreichen Sanierungen.

Mehrfamilienhäuser hielten sich stabil: Anzahl der Verkäufe und Preise blieben nahezu unverändert 46 Verkäufe 2024 und 48 Verkäufe 2023. Zuwachs war hingegen am Bauplatzmarkt zu verzeichnen. In Neubaugebieten wie „MehrTiergarten“ (550 Euro pro Quadratmeter) und „Obere Lehen“ (470 Euro pro Quadratmeter) legten die Bodenpreise spürbar zu.

Industrieflächen sind gefragt

Im Gewerbesegment zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Flächen mit guter Autobahnanbindung bleiben gefragt – besonders für Logistik- und Produktionsbetriebe –, die Preise ziehen hier trotz verhaltener Konjunktur an. Reine Büroflächen dagegen werden zurückhaltend nachgefragt, was Experten zufolge auch in den kommenden Jahren so bleiben dürfte.

Der Gutachterausschuss für Grundstückswertermittlungen in Pforzheim ist ein unabhängiges Sachverständigengremium. Seine 22 Mitglieder kommen aus verschiedenen Bereichen der Immobilienwirtschaft. Datengrundlage sind tatsächlich bezahlte Kaufpreise. Die Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses umfasst sämtliche notariell beurkundete Kaufverträge im Stadtkreis Pforzheim.

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