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Im Wildpark sind die Neuzugänge gleich in ihrem Element. 

Putzige Neuzugänge im Wildpark Pforzheim: Otter-Pärchen bezieht Gehege

Pforzheim. Die meisten Pforzheimer dürften sich noch gut an das kollektive Bangen erinnern, als 2015 zwei der drei damals im Gehege lebenden Otter ausgebüxt waren und eine kollektive Fahndung ausgelöst hatten. Ein Abenteurer wurde wenige Tage später an einem nahen Teich im Hagenschießwald aufgegriffen und zurückgebracht. Vom anderen verlor sich nach Sichtungen an einem Weiher in Wimsheim jede Spur.

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Zwei neue Otter: Zuwachs im Wildpark Pforzheim

Bis heute ist dieser Otti eine Legende. Die Mutter des Ausreißerduos starb im vergangenen Jahr in gesegnetem Alter. Das einzig verbliebene Tier war im ausladenden Gehege alleine und entsprechend einsam. Es hat inzwischen im Otterzentrum im niedersächsischen Hankensbüttel eine neue Bleibe gefunden.

Willkommen im Paradies

Von dort stammen die beiden neuen Wildparkbewohner, die vor kurzem das zentral gelegene und bei Besuchern besonders beliebte Gehege bezogen haben: Männlein und Weiblein, rund zehn Jahre alt, groß, kräftig, energiegeladen. Ein Jahr lang hatte sich Wildpark-Förster Carsten Schwarz um diese Zugänge bemüht. Denn solche wilden, sensiblen Tiere bekommt – völlig zurecht – beileibe nicht jeder. Das Zuchtbuch dieser Otter etwa wird vom Zoo in Paris koordiniert. Viel Überzeugungsarbeit sei nötig gewesen. Detaillierte Angaben zur hiesigen Anlage mussten gemacht werden, um zu veranschaulichen, dass es den Ottern gutgehen wird im Hagenschieß.

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Her mit dem Küken: Die Otterdame frisst Tierpfleger David Schmitt im Wortsinn aus der Hand. Foto: Meyer

Jetzt, da das Duo hier endlich seine Runden drehen kann, wird offensichtlich, wie wohl sich Fischotter im Wildpark fühlen können. So viel Platz für zwei Tiere, so dichter Bewuchs zum Versteckenspielen – bundesweit sei die Anlage wohl einmalig, sagt Tierpfleger Schmitt: „Das ist ein Otterparadies.“ Sein Chef Carsten Schwarz spricht verschmitzt gar von „Deutschlands schönster Badelandschaft.“

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Herr Otter ist noch etwas schüchtern.

"Otter haben einfach was in der Birne"

Schmitt ist beeindruckt, wie rasch sich die Tiere ans neue Domizil gewöhnten: „Sie lernen unglaublich schnell, sind neugierig und wissbegierig, die haben einfach was in der Birne“. Insbesondere das Weibchen habe anfängliche Skepsis flugs abgelegt. „Sie respektieren und dulden uns jetzt in ihrem Gehege“, sagt Schmitt und betont: „Wir Tierpfleger sind hier ja nur Gäste.“ Anders, als erwartet, sei das Duo schon regelmäßig tagaktiv und habe tatsächlich einen „Bärenhunger“. Eineinhalb Kilo Futter verputzt jeder Otter pro Tag, den Vorgängern hatte zuletzt etwa ein Drittel dieser Ration ausgereicht. Der Appetit hat übrigens eine jahrelange Arbeit ratzfatz zunichtegemacht.

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Freitags gibt’s Fisch: PZ-Redakteur Claudius Erb serviert leckere Häppchen.

Dem Wildpark-Team war eine kleine Sensation gelungen: die „Vergesellschaftung“, also das friedliche Miteinander, von Ottern und Fischen in einem Bassin. In kürzester Zeit ist der stattliche Fischschwarm nun in den Mägen der zur Familie der Marder gehörenden Raubtiere verschwunden. Auch eine im Gehege heimische Stockente hat das Weite gesucht. Nun geht das Experiment von vorne los. Mal sehen, ob es wieder gelingt, den Ottern den Unterschied zwischen Futter und Mitbewohnern klarzumachen. Bleiben sie gesund, werden sie mindestens zehn Jahre lang Zaungästen des Geheges Freude bereiten, denn Otter können locker 20 Jahre alt werden.

Wie sollen die Ottis heißen?

Freunde des Wildparks können selbst darüber entscheiden, welche Namen die beiden neuen Fischotter künftig tragen sollen. Die Stadtverwaltung hat dazu in Sozialen Netzwerken einen kleinen Wettbewerb gestartet. Wer mitmachen will, kann auf https://www.facebook.com/Stadt.Pforzheim per Privatnachricht Namensvorschläge unterbreiten, und zwar bis zum Sonntag, 30. August. Teilnehmen darf jeder, der nicht für die Stadt Pforzheim arbeitet und mindestens 18 Jahre alt ist. Für die Zusender der zwei kreativsten, schließlich ausgewählten Namen hat das Rathaus als Gewinn die Einladung zu einer exklusiven Otter-Fütterung für jeweils zwei Personen.

ausgelobt.

Wildpark-Tickets, die wegen der Corona-Pandemie Bedingung für den Einlass sind, können online auf www.pforzheim.de/wipa gebucht werden.

Claudius Erb

Claudius Erb

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