„Wer mit wem?“: Das ist noch immer die Frage aller Fragen, die Mutter der Dramen, Königin der Neugier, das Salz in der Suppe und das Hoch der Spannung. Sie lässt sich aber noch ein bisschen verkürzen auf das simple „Wer?“ Wer steht in der Startelf? Wer im Tor? Wer ist die außereheliche Affäre? Wer zieht ins Dschungelcamp? Und für uns Polit-Junkies natürlich die Wer-Frage aller Wer-Fragen: Wer wird gewählt?
Und da droht uns hier in Pforzheim eine Durststrecke. Wie gut, dass wir uns in der Gluthitze des bisherigen Sommers schon etwas im Ertragen von Durst einüben konnten. Aber mit der Entscheidung des Gemeinderats am Mittwoch in Sachen Sozialbürgermeister ist die Zeit der Wahlen und Personalentscheidungen bis auf Weiteres vorbei. Unsere nächste Volkswahl ist, regulär zumindest, die Bundestagswahl Januar oder Februar 2029. Gefolgt von der Kommunal- und Europawahl im Frühsommer 2029. Der Landtag ist erst 2031 wieder dran, die OB-Wahl 2033. Bereits in sechs Jahren enden die Amtszeiten aller restlichen Bürgermeister, Tobias Volle, Dirk Büscher, und – weil nun altershalber nur noch auf sechs Jahre gewählt – des 66-jährigen Frank Fillbrunn. Alle drei übrigens boten zuletzt eine Stichwahl. So viel Spannung erhöht den Suchtfaktor bei uns Wahl-Adrenalinikern.


CDU Pforzheim-Enzkreis stellt sich ohne Polit-Profi an Spitze auf – als einzige Partei
Greifen wir also wie der Zigarettenraucher ohne Kippe zum Strohhalm und trösten uns mit dem Ausblick auf parteipolitische Personalien, die es zu entscheiden gilt. Als da vor der Bundestagswahl die Frage wäre, wen die Parteien nominieren – wollen und dürfen bei CDU und SPD ein achtes beziehungsweise ein siebtes Mal wieder Gunther Krichbaum und Katja Mast, die sich zuletzt gelegentlich Herausforderungen gegenüber sahen? Was ist mit Diana Zimmer bei der stets immerhin für Überraschungen guten AfD?


Historisch: Nach FDP-Pleite muss CDU-Neuling Renner ranklotzen
Die vorerst größte Hoffnung auf eine baldige spannende Polit-Personalie bietet aber die CDU-Gemeinderatsfraktion. Dort dürfte sich spätestens zur Halbzeit der Wahlperiode im Herbst/Winter bei der dann turnusgemäß anstehenden Abstimmung über den Fraktionsvorsitz die eine Frage endgültig offen stellen: Kann Andreas Renner weiter Fraktionschef bleiben – neben dem neuen Landtagsmandat und dem Vorsitz des wichtigen Kultus-Ausschusses? Zusätzlich ist er noch Eutinger Ortsvorsteher. Sein Wunsch war ja, das alles auch zu bleiben.


Die Feinheiten der Bürgermeisterwahl: Wer wird Sozialbürgermeister in Pforzheim?
Falls aber doch die Aufgabenfülle zu viel wird: Wer könnte sie übernehmen? Frank-Johannes Lemke ist den einen so sehr zu viel Sozialpolitiker wie Martin Erhardt den anderen zu sehr Wirtschaftsflügel. Oana Krichbaum ist den dritten zu sehr Gunther Krichbaums Ehefrau wie Jörg Augenstein den vierten zu sehr Schlagersänger und Tausendsassa. Brigitte Langer-Glock gilt als zu zurückhaltend, Waldemar Meser und Frank Daudert als zu unerfahren. Und das war’s dann auch. Am Ende entscheidet sich das „Wer wird’s?“ dann doch wieder übers „Wer mit wem – und mit wem nicht“.
Hauptsache, Drama. Seufz.

