Wie ein riesiger Sarkophag mutet das Regenklärbecken an, das noch auf dem Sandweg steht und kommende Woche in der Versenkung verschwindet. Foto: Seibel
Pforzheim
Regenklärbecken am Sandweg taucht peu à peu ins Erdreich ab
  • Claudius Erb

Pforzheim. Wer ein Becken bauen will, hebt in der Regel eine Grube aus, um dann ein Fundament zu setzen und Wände einzuziehen. Bei der Baustelle am Sandweg gleich neben dem Sitz der Stadtwerke Pforzheim ist vieles anders. Dort ist derzeit überirdisch ein Koloss zu bestaunen, der später unterirdisch klärende Wirkung haben soll.

„Es ist ein Hochbau, der zum Tiefbau wird“, erläutert Slavica Becker, die stellvertretende Leiterin des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Pforzheim (ESP). Diese Art des Beckenbaus sei besonders diffizil und deshalb selten.

Was in Karlsruhe und in benachbarten Bundesländern bereits gemeistert wurde, soll nun auch in Pforzheim funktionieren. Dazu braucht es laut Becker spezielle Fachfirmen und „sehr viel Fingerspitzengefühl“. Bereits Mitte Juli wurde das Bauwerk betoniert – 22,5 Meter lang, 8,5 Meter breit, 5,70 Meter hoch, gut 400 Tonnen schwer. Es handelt sich um ein Regenklärbecken mit sogenannter Schrägklärer-Technik. Es soll die Gewässer im Einzugsgebiet Arlinger und Brötzinger Tal rein halten.

Das enorme Gewicht ist im Wortsinn das Pfund, mit dem die Bauarbeiter wuchern. Denn sobald der Beton ausgehärtet ist, können zwei 50 Tonnen schwere Spezialbagger damit beginnen, in dem unten mit Schneiden versehenen Stahlbeton-Rahmen peu à peu insgesamt 1800 Tonnen Erdreich auszuheben – das entspricht etwa 75 Sattelzug-Ladungen. Schwinden im Innern die Reibungskräfte, senkt sich das Bauwerk langsam ab. Das Becken gräbt sich also quasi von selbst in die Tiefe.

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news