Pforzheim. Was hat da so gerochen? Schüler und Lehrer des Theodor-Heuss-Gymnasiums haben im Treppenhaus der Schulaußenstelle im Areal der ehemaligen Steinhart-Bank an der Ecke Goethe-/Zerrennerstraße einen seltsamen Geruch bemerkt, der um 8.05 Uhr zu einem Alarm in der Integrierten Leitstelle führte. Der rätselhafte Gasgeruch könnte von einem Pfefferspray oder einem sonstigen Reizgas herrühren.
"Wichtig ist: alle gesund, alles gut", sagt der stellvertretende THG-Schulleiter Stefan Mielitz eine halbe Stande nach Ende des Einsatzes im PZ-Gespräch. Im Nachhinein habe sich alles als vergleichsweise harmlos herausgestellt. "Aber natürlich nimmt man so etwas zunächst sehr ernst."

Reizgas-Alarm in ausgelagerten THG-Schulräumen
Kurz nach dem Schulstart um 7.30 Uhr hätten viele der Schüler, die die ausgelagerten Klassenräume des THG im Gebäude Zerrennerstraße 32 nutzen und durchs Treppenhaus gegangen waren, über Hustenreiz geklagt. Schulleiter Mielitz war umgehend vor Ort - und stellte bei sich ähnliche Symptome fest. Deshalb informierte er sofort die Feuerwehr.
Mielitz bescheinigt den Einsatzkräften einen "tollen" Job: Feuerwehr und Polizei seien binnen Sekunden zur Stelle gewesen. Mit vier Fahrzeugen und elf Einsatzkräften rückte die Feuerwehr Pforzheim an. Neben der Streifenwagen der Polizei waren auch ein DRK-Rettungswagen und ein Team von Gasspezialisten der Stadtwerke Pforzheim vor Ort. Verletzte mussten nicht transportiert werden.
Die sechs zu diesem Zeitpunkt belegten Klassenräume - insgesamt nutzt das THG in dem Haus an der Ecke Goethe-/Zerrennerstraße zehn Räume - seien geräumt und diese rund 120 Schüler - alles Oberstüfler ab Klasse 10 - ins Haupthaus gebracht worden. Als die Feuerwehr das Treppenhaus inspizierte, habe sich das etwaige Gas bereits weitgehend verflüchtigt gehabt.
Messungen hätten nichts ergeben, aber laut Mielitz nahmen auch die Einsatzkräfte noch eine minimale Reizung wahr. Nach deren Einschätzung spreche dies stark für versprühtes Reizgas. "Die Feuerwehr sagte, dass das wohl aktuell ein wenig in Mode sei", so Mielitz.
An diesem Dienstag wird im Haus an der Zerrennerstraße nicht mehr unterrichtet. Auf Anraten der Feuerwehr werde abgewartet, bis im Treppenhaus alle Oberflächen gereinigt sind. Die Schüler fänden bis dahin gerade so im Haupthaus Platz: "Mit ein wenig Drücken und Quetschen geht das schon mal", sagt Mielitz. Er sei inzwischen durch alle Klassen mit betroffenen Schülern gegangen und habe sich selbst davon überzeugt, dass alle wohlauf sind.
Zugleich habe er sie belehrt: "Es kann nicht sein, dass mit der Gesundheit aller gespielt wird." Wer allerdings konkret für die Aufregung verantwortlich ist, lässt sich wohl kaum ausmachen. Schließlich wird das mehrstöckige Geschäftshaus auch anderweitig und deshalb dessen Treppenhaus nicht nur von Schülern genutzt. Mielitz klingt erleichtert. "Das war eine Sache, die man nicht jeden zweiten Tag haben will.

