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Das Landespolizeiorchester begeistert mit „dem guten Ton der Polizei“.  Foto: PZ-Archiv/Meyer 
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Freuen sich über einen gelungenen Abend: Hans-Ulrich Rülke (OB-Vertreter), Thomas Satinsky (PZ), Gerd Nettekoven (Krebshilfe), Harald Richter, Susanne Knöller („Menschen in Not“) und PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht (von links). 

Richter-Weihnachtskonzert im CongressCentrum: Ohrenschmaus und guter Zweck

Pforzheim. Die knapp 2000 Besucher im CongressCentrum lassen sich nicht lange bitten, als Chefdirigent Professor Stefan Haider sie bittet, sich von ihren Plätzen zu erheben, um als größter Chor der Goldstadt gemeinsam Erhebendes zu singen – und so intonieren sie, erst zögerlich, dann stimmen sie, erst zögerich, dann eindringlicher und vernehmlicher „Gloria in excelis Deo“ (Ehre sei Gott in der Höhe) an, getragen von den Profi-Stimmen der Solisten Katharina Göres und Michael Pflumm.

Benefizkonzert Richter CCP 36
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Richter-Weihnachtskonzert im CongressCentrum: Ohrenschmaus und guter Zweck

Die Sopranistin (unter anderem mit der Erfahrung aus sechs Jahren am Mannheimer Nationaltheater) und ihr Freund, der Tenor (mit Präsenz auf den Bühnen in Paris, Mailand und Madrid), legen sich unter Haiders Dirigat und zu den Klängen des Landespolizeiorchesters ins Zeug – denn es ist für eine gute Sache. Oder besser: für mehrere. Denn der Erlös des zum 17. Mal stattfindenden Weihnachtskonzert im CCP vor ausverkauftem Haus geht sowohl an die Stiftung Deutsche Krebshilfe als auch an „Menschen in Not“, die vor 24 Jahren von PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer ins Leben gerufene Aktion für unverschuldet in Not geratene Menschen in der Region. Daran erinnert der Geschäftsführende Verleger Thomas Satinsky, zusammen mit PZ-Redakteurin Susanne Knöller Vorsitzender des Vereins „Menschen in Not“.

Durchschnittlich rund 600.000 Euro kommen jährlich an Spenden zusammen – unter anderem durch die Richter-Weihnachtskonzerte, erst durch den Büchenbronner Unternehmer Herbert Richter und nach dessen Tod durch seinen Sohn Harald Richter.

Seit 45 Jahren unterstützt der legendäre Drehorgelspieler Gregor Schaier (97) die Deutsche Krebshilfe. Nun macht der Körper nicht mehr so mit (Schaier: „Aber der Kopf ist noch fit“) – was ihn nicht davon abhält, dem Vorsitzenden der Stiftung, Gerd Nettekoven, einen Betrag von 1115 Euro zu überreichen. Nettekoven: „Wie bei ,Menschen in Not’ ist es nur mit Spendengeldern möglich, weiter zu helfen.“ In Deutschland werde ungefähr die Hälfte der 500 000 neu an Krebs erkrankenden Menschen geheilt – das sei ein Verdienst der Forschung und Weiterentwicklung der Krebsmedizin. Und natürlich der finanziellen Mitteln hierfür.

Kosten und Wert

Apropos Finanzen: Immer wieder, so der ehrenamtliche Stellvertreter für den Oberbürgermeister, Stadtrat und Vorsitzende der FDP-Fraktion im Landtag, Hans-Ulrich Rülke, die Existenz des Landespolizeiorchesters infrage gestellt, doch sei es die richtige Entscheidung, „diesen wichtigen Klangkörper zu erhalten“. Es dürfe, so der Liberale unter großem Applaus, „nicht nur nach Kosten gehen, sondern um den Wert“.

Im kommenden Jahr – und diesmal erntet Harald Richter den mehr als verdienten Applaus – wird es ein Wiedersehen geben: am 3. Dezember in Bad Wildbad und am 17. Dezember im CongressCentrum.