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Symbolbild: dpa 

Ruf nach mehr Freiheiten in Pforzheims Abschiebehaftanstalt

Pforzheim. „Missstände“ in der zentralen baden-württembergischen Abschiebehaft-Einrichtung an der Rohrstraße prangern jene an, die täglich in Kontakt mit den dort untergebrachten Menschen stehen.

Etliche Unterzeichner, darunter Kirsten Boller von der Kontakt- und Beratungsstelle für Geflüchtete, aber auch Seelsorger Andreas Quincke sowie hiesige Verantwortliche von Amnesty International und Forum Asyl, mahnen in einem offenen Brief eindringlich, die Bedingungen für die Betreuung der Bewohner zu verbessern. Das Schreiben richtet sich an Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung.

Seit August 2017 gibt es die Arbeitsgemeinschaft (AG) Abschiebehaft, sie konnte somit einige Erfahrung in der Betreuung und Beratung sammeln. Ihr Fazit: Die Bedingungen seien „eher schlechter“ geworden. So dürften Inhaftierte nun keine Telefone mehr mit in die Besucherzellen nehmen, womit der Austausch von Kommunikationsdaten mit Beratern, aber auch Freunden und Bekannten erschwert werde. Zudem stelle sich der Zugang zu Rechts- und Verfahrensberatung, aber auch zu seelsorgerischer Betreuung schwierig dar, da der Kontakt zu den Organisationen nur möglich sei, wenn Inhaftierte vorab telefonisch oder per Internet anfragten. „Dies setzt immer voraus, dass sie schon von unserem Angebot wissen“, gibt die AG zu bedenken.

Bei jedem Besuch müssten sich Betreuer „derselben ausführlichen Einlassprozedur und körperlichen Untersuchung“ unterziehen, was bis zu 30 Minuten dauere. Etliche Helfer hätten dies schon „hundertmal erduldet“. Bei manchen Besuchen, wenn es etwa bloß um die Unterschrift eines Inhaftierten gehe, übersteige die Zeit für den Einlass deutlich jene des eigentlichen Kontakts. Effizientes Arbeiten werde auch dadurch erschwert, dass gängige Arbeitsmittel wie ein Notebook nicht gestattet seien und sich Betreuer mit Notizblock und Stift begnügen müssten. Dabei habe sich die Zahl der Inhaftierten und die „Umschlagshäufigkeit“ gesteigert.

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