Pforzheim. Im Rahmen des Projekts „SWP-Crowd“ bieten die Stadtwerke Pforzheim (SWP) regionalen Projekten und Vereinen eine Crowdfunding-Plattform – und erfahren enormen Zuspruch. Das Projekt läuft zwar erst seit sechs Wochen, aber von den ersten elf Projekten sind durch ein Gesamtspendenaufkommen von knapp 25.000 Euro mittlerweile zehn bereits voll finanziert – zum Teil sogar zu mehr als 100 Prozent.
Der Senkrechtstart der SWP-Crowd erstaunt nicht nur die SWP selbst, auch Thorsten Lührs, Geschäftsführer der Crowd-Plattform fairplaid, über die auch unsere Crowd organisiert wird, zeigt sich begeistert: "Mit elf Projekten in den ersten vier Wochen, von denen fünf Projekte direkt nach wenigen Tagen erfolgreich wurden […], haben die Stadtwerke Pforzheim und fairplaid einen der erfolgreichsten Starts im kommunalen Crowdfunding hingelegt. Es zeigt sich einmal mehr, dass kommunales Crowdfunding für alle Beteiligten, sprich Vereine und Initiativen, die Stadtwerke und auch die Bevölkerung einen Mehrwert bietet und direkte Wirkung auf unsere gesellschaftliche Entwicklung hat. Nun gilt es, diesen Anfangsschwung zu nutzen, und die Plattform vielen Organisationen, Vereinen und Initiativen in der Region vorzustellen.“
Mit der SWP-Crowd bieten die Stadtwerke Pforzheim regionalen Vereinen und Initiativen eine digitale Plattform, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen und anstehende Projekte und Vorhaben zu verwirklichen. Interessierte und Spendenbereite können einen frei gewählten Betrag beisteuern. Was die SWP beiträgt: Ob Bolzplatz, Theater oder Sportverein – die Stadtwerke legen auf jeden gespendeten Betrag ab 10 Euro selbst noch einmal 10 Euro aus dem monatlichen Fördertopf drauf.
Der ursprüngliche Gedanke, den zahlreichen Sponsoring-Anträgen seitens regionaler Vereine, eine Alternative zu bieten, wurde aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 auf Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft um eine weitere Ebene erweitert. „Die Crowd soll nun schnell und unbürokratisch denen unter die Arme greifen, die unter der aktuellen Situation am meisten leiden“, erklärt Susanne Verweyen-Mappus, Projektkoordinatorin der SWP-Crowd.
Sollte sich die Crowd ursprünglich allein an gemeinnützige Aktionen richten, können sich bis 31. Juli auch regionale Cafés, Restaurants oder Theater anmelden und um Unterstützung bitten.
Eigentlich eine ganz einfache Sache
Und das funktioniert s. Einfach die Website der SWP-Crowd unter https://www.swp-crowd.de/ aufrufen, das eigene Projekt beschreiben, veröffentlichen und fleißig in den Sozialen Medien teilen. Sollte sich die Anmeldung doch schwieriger gestalten, hilft eine Anleitung auf der Crowd-Seite weiter.
Auch das Spenden gestaltet sich einfach. Ob digital per Mausklick oder analog als Überweisung - alles ist möglich. So kann sich wirklich jeder daran beteiligen!
Dass bei der erfolgreichen Finanzierung des Projektes nicht Schluss sein muss, zeigen die aktuellen Beispiele. Bei keinem der voll finanzierten Projekte endete die Spendenbereitschaft beim Erreichen der 100-Prozent-Marke. Hierbei profitieren besonders gemeinnützige Vereine, denn jeder Euro mehr in der Vereinskasse ist wichtig für weitere Aktionen und das Fortbestehen der regionalen Vereinskultur.
So freut sich beispielsweise das soziale Fotoprojekt von Anton Vester aktuell über mehr als 200 Prozent des ursprünglich gewünschten Betrags für seine Ausstellung „Die von der anderen Seite“. Mit seinen Bildern macht der Pforzheimer Foto-Künstler auf die Situation staatenloser Kinder in Borneo und Malaysia aufmerksam und erweckt durch die SWP-Crowd nicht nur die Spendenbereitschaft der Pforzheimer Bevölkerung, sondern erhält darüber hinaus eine große Plattform, um seine wichtige Arbeit einem breiten Publikum zeigen.
Klassische Win-Win-Situation
„Alles in allem stellt die SWP-Crowd eine klassische Win-Win-Situation und eine zukunftsorientierte Verflechtung von lokalen Akteuren und digitalen Plattformen dar“, resümiert SWP-Geschäftsführer Herbert Marquard. „Nicht nur aufgrund der aktuellen Situation um COVID-19, sondern bereits davor war es uns wichtig, die Digitalisierung in den unterschiedlichen Bereichen voranzutreiben und Innovationen anzunehmen. Nun ist es jedoch umso wichtiger, die Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, unaufgeregt und zweckdienlich für Pforzheim und die Region nutzbar zu machen“, sagt Marquard.
Das findet auch Carsten Wagner, Geschäftsführer der VKU Verlags-GmbH, der die Idee des kommunalen Crowdfunding auf den Weg gebracht hat: „Auch in Pforzheim sehen wir, wie gut Crowdfunding zu einem kommunalen Stadtwerk passt. Die SWP unterstützt mit der Plattform auf digitale und transparente Weise viele Vereine sowie Institutionen und damit Bürgerinnen und Bürger in Pforzheim. Damit ist für mich die SWP Teil der digitalen Daseinsvorsorge im 21. Jahrhundert und sehr innovativ unterwegs.“
Alle aktuellen Projekte, ein Anmeldeformular für eigene Vorhaben und weitere Informationen und Hilfestellungen findet man unter https://www.swp-crowd.de/.

