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Stadtteilspaziergang im Juni 2018: Stadtplaner Reinhard Maier und Bürgermeisterin Sibylle Schüssler (Mitte) diskutieren mit Anwohnern. Für Jugendliche fehlt ein Unterstand. Dieser soll jetzt im Rahmen von „70 Jahre, 70 Wünsche“ realisiert werden. Foto: Meyer

Sanierungsgebiet Nordstadt II soll im Herbst starten

Pforzheim. Im September soll der Gemeinderat die Satzung absegnen und die Förderrichtlinien beschließen. Dann kann das Sanierungsgebiet Nordstadt II offiziell starten. Der Förderbescheid über eine Landeszuwendung in Höhe von 2,8 Millionen Euro ist bereits im Rathaus, der Förderrahmen liegt bei 4,67 Millionen Euro. Die Sanierungsstelle der Stadt hat dazu genaue Voruntersuchungen geleistet.

Es gab außerdem Stadtteilspaziergänge, Fragebögen und eine umfangreiche statistische Erhebung über das jetzt festgelegte Sanierungsgebiet von 53 Hektar – von der Hohenzollern- bis zur Güterstraße und der Christophallee bis zur Rudolfstraße.

Viertel mit Charme

Es ist mit einer Laufzeit von mindestens zehn Jahren zu rechnen. Lärm, Dreck, zu viel Verkehr und fehlende Parkplätze: Das Stadtviertel leidet unter einer Vielzahl an Problemen – obwohl es zentrumsnah liegt und mit seiner Gründerzeitbausubstanz das Zeug hat zu einem charmanten Quartier. Da sind sich die Verantwortlichen einig. Stadtplaner Reinhard Maier, der über viele Jahre auch in der Oststadt und der KF die Weichen für eine umfassende Erneuerung im Rahmen des Bund-Länderprogramms Soziale Stadt gestellt hatte, möchte die einzelnen Bausteine für eine erfolgreiche Sanierung Stück für Stück entwickeln. Gespräche darüber, wie man etwa die Bahnunterführungen (südliche Grenze) gestaltet, und mit den ersten potenziellen Investoren laufen bereits.

Beratung bei der Sanierung von alten Gebäuden aber auch Abbruch von Hinterhofbebauung gehören zum Alltagsgeschäft der Sanierungsstelle. Neben den städtebaulichen Erneuerungen, der Herstellung von Plätzen und deren Verbindungen sowie der Realisierung von Vorzeigeprojekten sei die soziale Vernetzung und Stärkung wesentlich. Um die Menschen im Stadtteil mit ins Boot zu bekommen, sollen möglichst viele soziale Angebote im Geltungsbereich angesiedelt bleiben.

Geld für Personal steht bereit

Es soll zudem ein Quartiersmanagement geben, genauso wie seit Jahren in der KF. Dort ist es am Stadteilzentrum der SjR Betriebs GmbH angesiedelt. In der Nordstadt könnte ein möglicher Standort in den Räumen der Stadtmission sein. Zudem müsse die Betreiberfrage geklärt werden. Für das Personal sei bereits Geld im Haushalt eingestellt, sagt Maier.