handschellenwaffe13

Schleusertrick mit Doppelgängern: Durchsuchung der Bundespolizei in Pforzheim

Stuttgart/Pforzheim. Bei einer groß angelegten Razzia ist die Polizei am Mittwochvormittag gegen mutmaßliche Schleuser und Vermittler von Scheinehen vorgegangen. Medienberichten zufolge gab es zudem weitere Razzien – und die haben auch mit Pforzheim zu tun. 

Wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtet, ist die Bundespolizei gegen eine weitere Organisation vorgegangen, die Menschen aus dem Irak eingeschleust haben sollen. Diese Schleuser sollen nach dem "Disco-Prinzip" gearbeitet haben. Flüchtlinge, die sich in Deutschland aufhalten, überlassen demnach ihre deutschen Reiseausweise Schleusern. Diese reisen damit ins Ausland und verkaufen die Dokumente anderen Flüchtlingen, die den Personen auf dem Ausweisfoto ähnlich sehen. 

Das sei aufgefallen, sodass die Bundespolizei Durchsuchungen in Stuttgart, Pforzheim, Kornwestheim, Ludwigsburg und Leverkusen durchgeführt hat. Bewohner der dortigen Asylunterkünfte sollen laut "Stuttagrter Zeitung" ihre Dokumente einem Schleuser überlassen haben. Als dieser Vermittler und Schleuser stehe ein 28-jähriger Iraker unter Verdacht. Die Ermittlungen dauern an. 

Weitere Razzia: Schlag gegen Vermittler von Scheinehen 

Bei einer Großaktion gegen mutmaßliche Schleuser und Vermittler von Scheinehen hat die Polizei 60 Wohnungen, Büros und Gaststätten in Stuttgart und im Saarland durchsucht. Es kamen sieben aus Deutschland und Indien stammende Männer im Alter von 24 und 60 Jahren in Untersuchungshaft, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Ein weiterer gesuchter Mann wurde später gefasst. Er kam gleichfalls in Untersuchungshaft.

Die Personen gelten als Hauptorganisatoren eines Netzwerks, dass mindestens 39 illegale Eheschließungen organisiert haben soll. Es sei vorwiegend Männern aus Indien oder Pakistan eine Scheinehe mit griechischen Frauen vermittelt worden, um so über deren EU-Zugehörigkeit ein Aufenthaltsrecht in Deutschland zu bekommen. Der illegale Gewinn pro Fall belaufe sich auf etwa 25 000 Euro pro Fall.

Den Verdächtigen wird gewerbs- und bandenmäßige Urkundenfälschung, Schleusung, sowie Verstöße gegen das Freizügigkeitsgesetz zur Last gelegt. Die Bande stamme zum größten Teil aus dem Umfeld südostasiatischer Schleusergruppierungen. Bei der Aktion wurden weitere 40 Personen vorläufig festgenommen. Unter anderem wurden mehrere Zehntausend Euro Bargeld, Fahrzeuge im Wert von etwa 80 000 Euro sowie über 130 000 Euro an Guthaben beschlagnahmt. Außerdem überprüften Finanzermittler mehrere Immobilien im Großraum Stuttgart, die einen Wert von mehreren Millionen Euro haben.