Gerhard Leiser, Patron des „Goldenen Bocks“, hängt noch ein paar Jahre dran – eine der letzten Bastionen der gehobenen deutschen Küche in Pforzheim. Foto: Ketterl/PZ-Archiv
Pforzheim
Schließt der "Goldene Bock" zum Jahresende? – Das sagt Gerhard Leiser
  • Olaf Lorch-Gerstenmaier

Pforzheim. "Das kannst Du uns nicht antun" – so geht das ständig, wenn "auf der Gass’" mal wieder ein schreckliches Gerücht die Runde macht und sich in den Klamotten der Stammgäste von Gerhard Leiser festsetzt wie kalter Zigarrenrauch.

Wieder einmal meldete Radio Buschfunk, der „Goldene Bock“ in der Nordstadt schließe zum Jahresende seine Pforten – was Großalarm und panikartiges Einlösen von Gutscheinen zur Folge hatte.

Doch: gemach, gemach. Zwar habe es „eine Zeitlang so ausgesehen, als ob“, gesteht der Patron, Küchenmeister aus der Pfalz, in der Goldstadt seit über vier Jahrzehnten ansässig und heimisch (und so beliebt, dass man ihm sogar verzeiht, dass er Dinkelacker im Ausschank hat, weil der Brauerei das Gebäude an der Ecke Güter-/Ebersteinstraße gehört). Er ist mit 67 Lenzen nicht mehr der Jüngste, „wir waren in der Schwebe“.

Doch dann kam der Tag, an den er sich mit gemischten Gefühlen erinnert: Ein Vertreter der Brauerei war vor Ort – um Leiser und seiner Frau Gaby zu sagen, man finde keinen, der in Leisers Fußstapfen treten könne und wolle. Ob er nicht noch einmal..?

So etwas ehrt, und Leiser, der mit Recht stolz ist, seit über 40 Jahren die Fahne der gehobenen deutschen Küche neben all den italienischen, (ex-) jugoslawischen, spanischen, koreanischen, japanischen, chinesischen, türkischen, griechischen, thailändischen oder indischen Gastronomen (irgendwas vergessen?) hochgehalten zu haben, muss es runtergelaufen sein wie kaltgepresstes Olivenöl oder ein Schluck „Holy Moly“-Syrah vom Winzer Schneider aus Ellerstadt, von dem er – unter anderem – seine Weine bezieht. Und also hängt er nach eigenen Worten „noch zwei, drei Jahre dran“.

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