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Lehrer Karl Boyé (links) und Matthias Dall‘Asta von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften unterstützen die Schüler Julius Berk, Corinne Brassat, Maximilian Hammerich, Hana Schuller, Luca Brunner, Daniel Hutter und Axelle Wille (von links) bei der Übersetzungsarbeit.  Foto: Privat 

Schüler übersetzen Schriften von Johannes Reuchlin

Pforzheim. Die sieben Mitglieder der Projektkursgruppe aus der Klasse 9a des Reuchlin-Gymnasiums haben sich mit dem Leben und Wirken des Namenspatrons der Schule in Form einer Übersetzung beschäftigt. In Abstimmung mit dem Reuchlinbeauftragten der Stadt Pforzheim, Christoph Timm, besorgte der kursleitende Lehrer Karl Boyé im Stadtarchiv eine Ablichtung des Widmungsbriefes zu Reuchlins Hebräischgrammatik „De rudimentis hebraicis“ an seinen Bruder Dionysius, gedruckt im Jahre 1506.

Dessen Erscheinen wie auch Reuchlins Plädoyer für den Erhalt der hebräischen Schriften löste im allgemeinen antijudaistischen Klima entsprechende Reflexe aus und trug Reuchlin eine bis zu seinem Lebensende währende Auseinandersetzung mit der Inquisition sowie mit der Kurie in Rom ein. Die Schüler hatten daher mit der Übersetzung des Widmungsbriefs, in dem Reuchlin sich erklärt, ein spannendes Thema zu bearbeiten.

Die erste Rohfassung schrieben die Schüler dann auf. Nach der Übersetzung längerer Passagen folgen nun noch mehrere Durchgänge des Nachbearbeitens vor der Endfassung, deren Erstellung noch aussteht. Dr. Matthias Dall’Asta, ein ausgewiesener Reuchlinkenner an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, besuchte die Projektgruppe, um sich ein Bild von ihrer Arbeit zu machen. Um den Reuchlingeburtstag am 29. Januar herum soll ein erster Werkstattbericht der Gruppe erscheinen, welcher auch der Reuchlingesellschaft präsentiert und dem Kulturamt der Stadt Pforzheim sowie dem Reuchlinbeauftragten Timm übermittelt werden wird. Im Laufe des Sommerhalbjahres wird voraussichtlich das Gesamtergebnis der Übersetzung mit Kontexterläuterungen vorgestellt werden können.