Pforzheim. Wie funktioniert das Parlament? Was braucht es für den Geschäftserfolg? Und wie behält man seine Finanzen im Blick? Mit solchen und noch vielen anderen Fragen beschäftigen sich derzeit die Schüler des Pforzheimer Theodor-Heuss-Gymnasiums. Beim Großprojekt „Schule als Staat“ erleben sie Demokratie und Wirtschaft hautnah.
Eine Woche lang schlüpfen Schüler in andere Rollen,werden zu Angestellten, Beamten, Unternehmer oder Politiker. Denn am Theodor-Heuss-Gymnasium heißt es derzeit „Schule als Staat“ – mit allem, was dazugehört: einem Wappen, einer selbst getexteten und komponierten Hymne, einem gewählten Parlament und sogar einem royalen Staatsoberhaupt.
Gezahlt wird mit der Währung Theuss. Und davon brauchen die Schüler eine ganze Menge, wollen sie in den mehr als 80 Unternehmen Waren und Dienstleistungen kaufen sowie ihre Mitarbeiter in den Firmen bezahlen. Oder das Geld einfach mal aufs Spiel setzen wie im „Casino Royal“, wo sich Spielfreudige beim Poker, Roulette oder Blackjack versuchen.
Dass das Glücksspiel gut laufen würde, davon waren Sascha Bossert und die anderen Mitarbeiter der Firma überzeugt. Und tatsächlich: Nach der ersten Runde im Minus, sprudeln jetzt die Einnahmen. „Das ist ein toller Einblick in das spätere Arbeitsleben“, lobt Sascha das Mammut-Projekt, von dem Philipp Müller vermutet, dass es das Größte ist, das das Gymnasium an der Zerrennerstraße je auf die Beine gestellt hat. Gemeinsam mit seiner Kollegin Birgit Knobloch koordiniert der Gemeinschaftskundelehrer „Schule als Staat“, bei dem 970 Staatsbürger, also Schüler und Lehrer, mitwirken. Die Schüler gründeten Gastronomie-Betriebe, einen Blumenladen, eine Kartenmanufaktur, ein Theater, Kinos, Escape Rooms, Fotostudios, Anwaltskanzleien, Partnervermittlungen, einen Hochzeitsplaner oder ein Fitnessstudio. Für diese sollten sie ein Geschäftsmodell erarbeiten, Waren organisieren, die Einnahmen und Ausgaben im Blick haben und natürlich auch die Werbetrommel rühren.
Schon allein deswegen sieht Philipp Müller im Projekt einen großen Mehrwert für das THG. „In Zeiten, in denen unsere Gesellschaft politisch auseinanderzudriften scheint und die politische Bildung an Schulen in den Bildungsplänen vernachlässigt wird, ist es nötig und wichtig, Demokratie und Wirtschaft hautnah zu erleben und ein Grundverständnis dafür zu entwickeln“, sagt der Gemeinschaftskundelehrer.
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