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Unter anderem in Stuttgart im Jahr 2015 nahmen die Unterstützer der Pforzheimer „Berserker“ an einer Pegida-Demonstration teil. Foto: Naupold
Unter anderem in Stuttgart im Jahr 2015 nahmen die Unterstützer der Pforzheimer „Berserker“ an einer Pegida-Demonstration teil. Foto: Naupold
Früher wurde hier produziert. Heute leben im „ehemaligen Thales“, umgewidmet als Notunterkunft, Hunderte von Flüchtlingen. Foto: Seibel
Früher wurde hier produziert. Heute leben im „ehemaligen Thales“, umgewidmet als Notunterkunft, Hunderte von Flüchtlingen. Foto: Seibel
26.10.2016

Security im Zwielicht - „Berserker“ bewacht Flüchtlinge in Pforzheim

Pforzheim. Warten an der Pforte. Der Blick fällt auf diesen rechten Handrücken des Mannes, der sich die Personalien notiert. In geschlungenen Buchstaben ist zu lesen: „Berserker“ – ein Tattoo mit Brisanz, sollte es sich um ein Signet und das Statement einer vom Verfassungsschutz als teilweise rechtsradikal eingestuften Gruppierung handeln. Denn dies ist eine Notunterkunft für Flüchtlinge. Dieser Eindruck muss sich erst mal setzen – im Rathaus kann man es später kaum fassen.

„Wir sind in Einzelfällen bereits mit den Unternehmen und der Polizei im Gespräch“, sagt der städtische Pressesprecher Michael Strohmayer. Nach PZ-Informationen durchleuchtet der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Karlsruhe die Vita einzelner Werkschützer. Beste Kontakte aus früheren Zeiten dürfte wohl der oberste Chef haben: WUI gehört zur Unternehmensgruppe Gregor Lehnert (UGL) – früher Präsident des saarländischen Landeskriminalamts und Staatssekretär im Thüringer Innenministerium, danach Firmengründer, Chef des Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und Präsidiumsmitglied in der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Vorstellbar ist, dass Lehnert sich vielleicht auch für das Tatoo seines diensttuenden Security-Mitarbeiters im Pförtnerhäuschen und ein eventuelles Statement interessiert – möglicherweise für jene Gruppierung, die bei islamfeindlichen Demonstrationen bundesweit für Aufsehen sorgte und Pforzheim in die Negativ-Schlagzeilen brachte.

Bürgermeisterin Monika Müller, von der PZ darauf angesprochen, ist entsetzt: „Asyl und ,Berserker’ – das geht nun wirklich gar nicht“, sagt sie auf Nachfrage. Man habe die Personalentscheidungen von WUI bereits mehrfach kritisiert und darauf bestanden, dassgewisse Personen nicht mehr eingesetzt würden. Im Zweifelsfall müsse der Auftrag beendet werden. Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.