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Eine zusammengerollte Broschüre wird zur Abwehr-Waffe: Janis Hohl, Kai Michaelis, Hans Csaszar, Hester Nast, Trainer Kyung-Jin Kwak und Co-Trainer Wolfgang Gann (von links). Foto: Privat
Eine zusammengerollte Broschüre wird zur Abwehr-Waffe: Janis Hohl, Kai Michaelis, Hans Csaszar, Hester Nast, Trainer Kyung-Jin Kwak und Co-Trainer Wolfgang Gann (von links). Foto: Privat
02.05.2018

Selbstverteidigung: Rollstuhlfahrer wappnen sich gegen Angriffe

Pforzheim. Ganz neue Erfahrungen haben die Rollstuhlfahrer des Para-Sport-Clubs Pforzheim beim inklusiven Selbstverteidigungskurs in ihrer Sporthalle gemacht, in der sie sonst dem Basketball nachjagen.

„Seit die Medien immer wieder über diverse Vorfälle berichten, kann man den Eindruck gewinnen, dass die Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft deutlich gestiegen ist“, heißt es in einer Mitteilung des Clubs: „Man kann es kaum glauben – selbst Rollstuhlfahrer werden von Übergriffen nicht verschont.“

So berichtete Teilnehmer Hans Csaszar von einer sehr heiklen Situation auf dem Radweg nahe der Altstädter Kirche, als drei Jugendliche von ihm Geld erpressen wollten. Nur dank des beherzten Eingreifens eines Mitbürgers habe er sich den Faustattacken der Angreifer entziehen können. Für den Trainer Kyung-Jin Kwak von der Sportschule Kwak in Pforzheim war es eine Herausforderung, sowohl Rollstuhlfahrer als auch Nichtbehinderte im Kurs zu integrieren, die er aber gut umsetzte.

Schnell wurde klar, dass rohe Gewalt und Panik nicht wirklich weiterhelfen. So machte der Trainer deutlich, dass bei 70 Prozent aller Übergriffe entscheidend sei, wie sich der Angegriffene verhalte und das Ziel einer Deeskalation verfolge. Schon bei der Planung der Wege sollte etwa daran gedacht werden, in der Nacht möglichst nicht durch einsame Straßen zu fahren. Natürlich sei im Rollstuhl die Flucht an einen sicheren Ort oft unmöglich, und somit sollte stattdessen durch lautes Rufen die Aufmerksamkeit anderer auf sich und die Gefahrensituation gelenkt werden.

Am Nachmittag gab es dann viele praktische Übungen, wie beispielsweise ein Handy zur Selbstverteidigung genutzt werden kann. Besonders beeindruckend war, dass man mit einer zur Rolle gewickelten Broschüre ein Holzbrett durchschlagen kann.

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