Pforzheim. 16 Jahre lang hat Gerhard Bossert als Verwaltungsratsvorsitzender des evangelischen Diakonissenvereins Siloah gewirkt. In dieser Funktion beeinflusste er seit Juli 2007 die Entwicklung der Siloah-Einrichtungen maßgeblich mit. Ende Juli wurde der 77-Jährige feierlich im Kreise seiner Familie und Weggefährten aus dem Verwaltungsrat, dem Siloah St. Trudpert Klinikum und den Altenhilfeeinrichtungen verabschiedet.
Er reichte den Staffelstab weiter an seinen Nachfolger Martin Keppler. Dieser, viele Jahre lang Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald, übernimmt in seiner Funktion einen wirtschaftlich gesunden Verein .
Großen Einfluss genommen
2022 feierte der evangelische Diakonissenverein Siloah sein 150-jähriges Bestehen. Über zehn Prozent dieser Jahre wirkte Bossert auf die Entwicklung aller Einrichtungen ein, machte sein Nachfolger Martin Keppler in seiner Rede deutlich: Diverse bauliche Erweiterungen im und am Siloah St. Trudpert Klinikum wie die Inbetriebnahme des Hubschrauberlandeplatzes 2009 oder den Neubauten der Seniorenheime in Neuenbürg und Keltern begleitete Bossert als Verwaltungsratsmitglied. Zahlreiche Spatenstiche und Grundsteinlegungen, zuletzt für das neue Siloah Schul-, Verwaltungs- und Mitarbeiterwohngebäude – zeugen davon, wie wichtig ihm immer Entwicklung und Gestaltung waren. „Erfolge waren für Bossert nur im Schulterschluss aller Kräfte möglich, eine Zusammenarbeit fand immer auf Augenhöhe statt“, beschrieb Keppler das Wirken.
„Dass das Siloah St. Trudpert Klinikum heute ein Grundpfeiler der Gesundheitsversorgung in Pforzheim und dem Enzkreis ist, der wirtschaftlich solide agiert, ist zu großen Teilen sein Verdienst.“
Seine Erfolge habe er nie an Zahlen gemessen, sondern an der Zufriedenheit der Patienten; immer aufmerksam und loyal gegenüber dem Krankenhaus, aber auch hartnäckig und ausdauernd, zeichnete Pfarrer Gölz-Eisinger, Mitglied des Verwaltungsrates, den Menschen Bossert. Krankenhausdirektor Dr. Ulrich Schulze führte aus, wie wichtig es Gerhard Bossert stets war, zu gestalten und Dinge voranzubringen, zu motivieren. „Sein Mut und Wille zum Investment waren entscheidend für die Erfolge, die wir heute mit all unseren Einrichtungen des Diakonissenvereins vorweisen können“, sagte Schulze. 2008, zu einem Zeitpunkt, als noch keiner an die Robotik in der Medizin glaubte, wurde der erste Da Vinci-OP-Roboter im Siloah St. Trudpert Klinikum angeschafft. Heute hat sich das Zentrum für Robotik, in dem die Fachrichtungen der Viszeral-Chirurgie, Gynäkologie und Urologie minimal-invasive, robotische Eingriffe mit Hilfe von zwei Da Vinci-OP-Systemen durchführen, überregional erfolgreich etabliert. Auch die Konzentration auf die Schaffung von spezialisierten Krebszentren und einem von der der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentrum gehörte zu den zahlreichen Projekten, die der ehemalige Verwaltungsratsvorsitzende begleitete.
Wissen und neue Ideen
Bossert hob in seiner Rede die Top-Medizin des Siloah St. Trudpert Klinikums hervor und äußerte sich stolz über die junge und sehr engagierte Chefarztriege, die mit Wissen und neuen Ideen das Ansehen des Hauses in der Region prägt.
„Ich wünsche mir, dass die Top-Medizin und das hohe Niveau erhalten bleibt und bin mir sicher, dass dies auch angesichts aller bevorstehenden Herausforderungen gelingen wird“, blickte er optimistisch in die Zukunft des Siloah.
Trotz großer Herausforderungen, die mit der Krankenhausreform anstünden, ist auch Nachfolger Keppler zuversichtlich, diese zu meistern. In seiner Aufgabe als neuer Verwaltungsratsvorsitzende will er einen besonderen Schwerpunkt auf die zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Siloah St. Trudpert Klinikums legen, das sich nach seinen Vorstellungen nicht nur als leistungsstarkes Haus der Spitzenmedizin weiterentwickeln soll, sondern trotz der strukturellen Herausforderungen des Gesundheitswesens vor allem auch ein „menschliches Haus“ mit hohem sozialen Anspruch bleiben soll.


