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„Ich hätte gerne weitergemacht“, sagt Axel Grießmayer. Weil die Kosten steigen und die Resonanz schwindet, schließt er den „Hopfenschlingel“ am Sedanplatz. Foto: Ketterl
„Ich hätte gerne weitergemacht“, sagt Axel Grießmayer. Weil die Kosten steigen und die Resonanz schwindet, schließt er den „Hopfenschlingel“ am Sedanplatz. Foto: Ketterl
Wie zu Großmutters Zeiten will Memo Ulutas die Gäste im „Café Damals“ bewirten, das an der Dillsteiner Straße entsteht.Foto: Erb
Wie zu Großmutters Zeiten will Memo Ulutas die Gäste im „Café Damals“ bewirten, das an der Dillsteiner Straße entsteht.Foto: Erb
05.07.2016

Stadt verliert angesagtes Lokal: Hopfenschlingel schließt

Pforzheim. Es gibt wenige inhabergeführte Lokale in der City, die ein so großes und gemischtes Publikum ansprechen wie der „Hopfenschlingel“ am Sedanplatz. Doch offenbar reicht die Resonanz nicht mehr aus. Ende August ist Schluss. Axel Grießmayer, der Wirt des Gasthauses mit dem selbst gebrauten Bier, gibt nach acht Jahren auf. Es ist Bewegung in Pforzheims Gastronomieszene. Mit neuen Konzepten wollen Betreiber punkten – teils in direkter Nachbarschaft zum „Hopfenschlingel“.

Es sind mehrere Gründe, die Grießmayer im PZ-Gespräch für seine Entscheidung anführt, die er schweren Herzens trifft. Während die Frequenz nachlasse, liefen die Kosten aus dem Ruder. Für die Pachten und die Energie, vor allem aber fürs Personal. Eine „brutale Steigerung“ habe der Mindestlohn ausgelöst, sagt Grießmayer. Mehr als die Hälfte des Umsatzes fließe inzwischen ans Personal. Die andauernden Busstreiks hätten ihr Übriges getan. Wer wiederholt für die Heimfahrt aufs Taxi ausweichen musste, bleibe eben irgendwann gleich zu Hause. „Das Wetter hilft uns überhaupt nicht in diesem Jahr“, ergänzt Grießmayer. Eigentlich seien zwei gute Sommermonate nötig, um spätere Durststrecken zu überbrücken. Und die Stadt habe sich wenig kooperativ gezeigt. Früher habe man die Gestattung der Außenwirtschaft monatlich bezahlt, nun müsse man sie für die gesamte Saison im Voraus überweisen. „Bevor ich alles kaputtmache, habe ich die Reißleine gezogen“, sagt Grießmayer.

Das Fest der Eröffnung ist indes nicht mehr weit für Carla und Memo Ulutas, die unweit ein früheres Nagelstudio in ein Kaffeehaus verwandeln. Die Dillsteiner Straße mausert sich mehr und mehr zur Gastromeile. Zwischen „Café d’Anvers“ und „Oskar Schlemmer“ soll sich das „Café Damals“ bereichernd einfügen. Auf eine Reise in Großmutters Zeiten will das Ehepaar Ulutas seine Gäste mitnehmen. Antiquitäten und Kronleuchter, Blümchentapeten, handgefilterter Kaffee und hochwertiger Kuchen schaffen Atmosphäre. „Die Menschen sollen sich bei uns zu Hause fühlen“, sagt Memo Ulutas. Umfassend umgebaut wurde das Ladenlokal. Bewirtung gibt es auch vor der Tür und im Innenhof. In der ersten Septemberwoche soll es hier losgehen. Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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