Pforzheim. Nicht nur die Gesellschaft verändert sich, auch die evangelische Kirche, die in Zukunft mit geringeren finanziellen Mitteln und weniger Hauptamtlichen rechnet. Auch in Pforzheim will man sich auf den Weg machen.
Erste Impulse dafür hat die Stadtsynode am Dienstagabend gesetzt, indem sie in kleinen Gruppen erste Visionen für das Jahr 2032 entwickelte. Von einem Zusammenwachsen und Verschmelzen war die Rede, von einem Wir-Gefühl, von einer lebendigen Kirche, von einer stärkeren Gemeinschaft. Denkbar sind für die Synodalen in Zukunft Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten, auch in Zusammenarbeit mit anderen Konfessionen. Durch gebündelte Ressourcen wird von ihnen die Chance für eine Profilierung und für die Schaffung neuer Angebote gesehen. Vorgeschlagen wurde zudem, Netzwerke und Kooperationen mit Partnern einzugehen, Ehrenamtliche zu stärken, ein vielfältiges Angebot für verschiedene Zielgruppen zu machen und dahin zu gehen, wo die Menschen sind. Zudem, so der Wunsch einiger Synodaler, sollen verstärkt Kinder, junge Familien und junge Erwachsene angesprochen werden.
Alles in allem werden die anstehenden Veränderungen von den Synodalen positiv gesehen. „Veränderung ist für uns nichts Neues“, sagte Dekanin Christiane Quincke und verwies unter anderem auf den 2016 gefassten Beschluss zur Neuordnung der Pfarrgemeinden und der Stellenzuteilung und auf den 2017 gefassten Beschluss zur Kita-Landschaft 2023. Die Dekanin sieht in dem Prozess eine Chance:
„Wir bleiben unterwegs und wir sind auf einem guten Weg.“
Quincke erklärte, dass sich die Kirche aus ihrer Sicht auch dann verändern müsste, wenn sie genügend Geld hätte. Ähnlich sah das Daniel Völker vom Evangelischen Oberkirchenrat, der betonte, dass eine Reduktion der Ausgaben allein nicht ausreichen werde: „Nur mit Kürzen kann man die Kirche auf Dauer nicht am Leben erhalten.“ Es müsse auch um eine Transformation gehen und der Prozess dazu müsse von einer positiven Vision getragen sein. Dass die Verkündigung des Evangeliums wirksam wird in den lebensrelevanten Netzwerken der Menschen: Das ist die Zielperspektive, die Völkers Kollege Mathias Kreplin herausgab. Er sagte, kirchliche Präsenzen seien dort, wo die Kommunikation des Evangeliums erwartbar und verlässlich geschehe. Zunächst soll eine Bestandsaufnahme der kirchlichen Präsenzen vorgenommen werden, dann eine Bewertung ihrer Wirksamkeit, die Entwicklung einer regionalen Konzeption und zuletzt eine Entscheidung über die Ressourcenverteilung. In der Diskussion gab es viel Zustimmung.

