Wasserspiel in den Enzgärten
Dafür, dass man sich an heißen Tagen beim Wasserspiel in den Enzgärten erfrischen kann, sorgen die Stadtwerke.
Stadtwerke Mühlacker/Tilo Keller
Pforzheim
Stadtwerke sichern Versorgung: Eigenwasser und Bodenseewasser bilden Grundlage für Mühlacker

Mühlacker. Eine Rekordtemperatur von 40,6 Grad Celsius und ein historisch hoher Wasserverbrauch: Die jüngste Hitzewelle zeigt, dass die Folgen des Klimawandels auch in Mühlacker deutlich spürbar sind. „Dank frühzeitiger Investitionen der Stadtwerke ist die örtliche Wasserversorgung jedoch gut auf steigende Temperaturen und zunehmende Verbrauchsspitzen vorbereitet“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ein Blick auf die Daten der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes in der Danziger Straße verdeutliche den langfristigen Trend. Seit 2003 sei die Jahresmitteltemperatur in Mühlacker um rund zwei Grad Celsius gestiegen. Gleichzeitig hat die jährliche Sonnenscheindauer um etwa 250 Stunden zugenommen. Auch die Niederschlagsmenge sei leicht rückläufig. Entscheidend sei jedoch das Zusammenspiel dieser Faktoren: Mehr Sonnenschein und höhere Temperaturen verstärkten die Verdunstung, so die Stadtwerke. Dadurch verbleibe weniger Wasser im Boden, und die Grundwasservorräte erneuerten sich langsamer.

Die Grundwassermessungen bestätigen diese Entwicklung, laut der Pressemitteilung. Seit 2016 befinde sich die Region – mit Ausnahme des vergleichsweise niederschlagsreichen Jahres 2025 – in einer anhaltenden Trockenphase. An der Messstelle in GWM M6 der Stadtwerke Mühlacker sinkender Grundwasserspiegel derzeit um durchschnittlich zehn bis elf Zentimeter pro Jahr. Besonders deutlich zeigten sich die Auswirkungen während extremer Hitzeperioden. Ende Juni wurde in Mühlacker mit 40,6 Grad Celsius ein neuer Temperaturrekord gemessen.

Gleichzeitig erreichte der Wasserverbrauch laut Stadtwerke einen historischen Höchststand: In der Hitzewoche lag die durchschnittliche Wasserabgabe demnach bei 81 Litern pro Sekunde und damit deutlich über der vertraglich gesicherten Bezugsmenge aus der Bodensee Wasserversorgung.

Investitionen zahlen sich aus

„Um die Versorgung auch unter diesen Bedingungen zuverlässig sicherzustellen, haben die Stadtwerke frühzeitig eigene Grundwasservorkommen erschlossen und die Wasserversorgung auf Mischwasser umgestellt“, heißt es in der Pressemitteilung. In den meisten Stadtteilen fließe eine Mischung aus eigenem Grundwasser und Bodenseewasser aus den Leitungen. „Diese vorausschauenden Investitionen zahlen sich nun aus“, so die Stadtwerke. Die alleinige Liefermenge aus der Bodensee-Wasserversorgung hätte die aktuellen Verbrauchsspitzen während der Hitzewelle nicht abdecken können. Die Kombination aus Eigen- und Bodenseewasser ermögliche es den Stadtwerken, den gestiegenen Bedarf auch an besonders heißen Tagen zuverlässig zu decken und die Versorgung langfristig zu sichern. „Die aktuellen Verbrauchswerte zeigen, wie wichtig es war, unsere Wasserversorgung frühzeitig breiter aufzustellen. Durch die Kombination aus eigenen Grundwasservorkommen und Bodenseewasser können wir auch außergewöhnliche Bedarfsspitzen bewältigen. Gleichzeitig bleibt ein verantwortungsvoller Umgang mit Trinkwasser unverzichtbar“, erklärt Frederik Trockel, Prokurist und Abteilungsleiter Gas / Wasser / Wärme.

Trotz der guten Versorgungslage appellieren die Stadtwerke an die Bevölkerung, Trinkwasser bewusst und sparsam zu verwenden. Für größere Wassermengen zur Gartenbewässerung stehen Zapfstellen in Lienzingen, Lomersheim und Mühlhausen zur Verfügung. Das dort erhältliche Wasser stamme aus separaten Brunnen, sei günstiger als Trinkwasser und entlaste zugleich das öffentliche Trinkwassernetz. Für die Nutzung der Zapfstellen sind entsprechende Chipschlüsselzum Beispiel beim Obst- und Gartenbauverein Mühlhausen/Enz, beim OGV Lomersheim oder in Lienzingen erhältlich.