Pforzheim. Als vor drei Wochen eine 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe in Pforzheim entschärft werden musste und 30.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen mussten, standen insbesondere Pflegeeinrichtungen vor einer großen organisatorischen Herausforderung. In weniger als 24 Stunden organisierte die Residenz Ambiente die Aufnahme von 44 pflegebedürftigen Menschen, die aufgrund der Evakuierung ihre Einrichtung verlassen mussten.
Da sich die Einrichtung außerhalb des Evakuierungsradius befand, konnte sie kurzfristig als Ausweichstandort zur Verfügung stehen. Die Planungen begannen am Samstag. „Allen Beteiligten war sofort klar, dass wir helfen wollen. Innerhalb weniger Stunden wurden Räume vorbereitet, Abläufe organisiert und zahlreiche Details abgestimmt, damit die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner am Sonntag sicher aufgenommen werden konnten“, berichtet Manuela Ehrenreich, Leiterin der Residenz Ambiente Pforzheim.


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Am Tag der Evakuierung trafen die Gäste mit zahlreichen Krankentransporten in der Einrichtung ein. Das Technische Hilfswerk stellte vorsorglich Feldbetten bereit, falls eine Rückkehr in die ursprüngliche Einrichtung bis in die Abendstunden hinein nicht möglich gewesen wäre. Die Senioren erhielten eine komplette Tagesversorgung. Auch für das Abendessen war gesorgt.
Neben der Versorgung stand laut der Einrichtung vor allem das Wohlbefinden der Gäste im Mittelpunkt. Der Treffpunkt der Residenz wurde für die mobilen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Rollstuhlfahrenden zu einem Aufenthaltsbereich umgestaltet. Gleichzeitig wurden ruhige Rückzugsmöglichkeiten geschaffen.
Besondere Aufmerksamkeit galt acht bettlägerigen Gästen, die während ihres Aufenthalts in Einzelzimmern untergebracht wurden. So konnten sie die notwendige Ruhe, Betreuung und medizinische Behandlung erhalten.


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Am Nachmittag wurde ein gemeinsames Super-Bingo mit kleinen Preisen veranstaltet. Viele Gespräche, gemeinsames Lachen und die Begegnungen zwischen den Bewohnern hätten den Tag zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Noch vor dem geplanten Abendessen kam schließlich die Nachricht: Die Bombe konnte erfolgreich entschärft werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner konnten in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren.


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Für die Mitarbeitenden der Residenz Ambiente bleibe vor allem ein Gefühl zurück: Stolz auf das gemeinsam Geleistete. Was innerhalb eines einzigen Tages auf die Beine gestellt wurde, sei nur durch die große Einsatzbereitschaft, Flexibilität und den Zusammenhalt des gesamten Teams möglich gewesen und würden zeigen, wie wichtig funktionierende Netzwerke, schnelle Hilfe und menschliche Nähe sind. „Als die letzten Gäste am Abend wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren konnten, blickten wir auf einen außergewöhnlichen Tag zurück, der von Zusammenhalt, Einsatzbereitschaft und gelebter Menschlichkeit geprägt war.“ sagt Claudia Rausch, Leitung Betreutes Wohnen in der Residenz.


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