Pforzheim-Eutingen. Coronapandemie, Ukrainekrieg, ungeschützter Medienkonsum, große Klassen, zunehmende häusliche Gewalt: All das stellt auch die Eutinger Karl-Friedrich-Schule vor große Herausforderungen, wie die Schulleitung in einem Schreiben betont. Ein aus mehreren Lehrkräften zusammengesetztes Schulentwicklungsteam arbeite daher seit dem Herbst des vergangenen Jahres daran, die Schule trotzdem zu einem Lernort zu machen, an dem sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern gleichermaßen wohlfühlen.
Im Rahmen dieser Arbeit, so die Schulleitung weiter, sei den Lehrkräften noch einmal sehr bewusst geworden, dass es für einige Kinder mehr braucht, dass einige neben einer für 25 bis 30 Kinder zuständigen Klassenlehrkraft jemanden benötigen, der ganz speziell an dieses eine Kind glaubt. Der also dieses Kind ganz speziell fördert, fordert und ihm eine Chance gibt, sein volles Potenzial zu entfalten.


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Es kommt viel zurück
Hier kommen die Paten und Patinnen ins Spiel. Man habe als Schule sehr positive Erfahrungen gemacht und sei froh und dankbar für deren ehrenamtliche Hilfe. Deshalb suche man sowohl für einige der Grundschüler als auch für einige Werkrealschüler, die jeweils in besonderem Maße Unterstützung benötigen, weitere ehrenamtliche Helfer. Diese treffen sich mindestens einmal in der Woche mit den Kindern, um sie beim Lesen, Schreiben oder in Mathematik zu unterstützen.
„Die Arbeit als Patin macht mir so viel Freude und gibt mir so viel zurück“,
erzählt Ariane Röller, die inzwischen sogar zwei Kinder betreut.
Und die elfjährige Amina berichtet stolz, sie habe es mit Hilfe ihrer Patin auf die Realschule geschafft: „Und wenn ich weiter so fleißig bin und so gute Noten habe, darf ich vielleicht sogar aufs Gymnasium.“
Michael Pfenninger, Pate zweier Kinder in Klasse 4 und 6, brennt schon seit Jahren für diese Sache. Glücklich berichtet er, die zehnjährige Ela Özcelik habe zum Abschluss ihrer Grundschulzeit eine Belobigung erhalten und wechsle nun ebenfalls auf die Realschule. Ayfer Al Shamo, der die sechste Klasse der Werkrealschule besucht, habe sich im Fach Deutsch so gut entwickelt, dass er sich sogar zugetraut hat, am PZ-Schreibwettbewerb teilzunehmen.


Sorgen und Nöte der Eutinger erkannt und doch nicht ganz gebannt
Die für das Patenprogramm zuständigen Lehrerinnen Katharina Albrecht und Santana Beideck betonen, als Pate oder Patin helfe man nicht nur dem einen Kind, man helfe auch den Unterrichtenden und all den anderen Kindern in der Klasse.
Das an der Karl-Friedrich-Schule installierte Patenprogramm wurde im Oktober 2021 ins Leben gerufen. Zurzeit werden 28 Kinder von 23 Paten und Patinnen betreut. Die Schule kooperiert wie 14 weitere Pforzheimer Grund- und Werkrealschulen mit dem Verein- Bürger in Schulen aktiv (BiSa), über den die Paten auch versichert sind. Zweimal jährlich veranstaltet das für die Eutinger Schule zuständige BiSA-Vorstandsmitglied Pfenninger einen Stammtisch, der allen Paten, die dies wünschen, einen Austausch ermöglicht.


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Ebenfalls bietet BiSa kostenlose, von einer Diplom-Pädagogin geleitete Fortbildungen an. BiSa ist es auch, der die Kinder immer wieder mit Projekten fördert und unterstützt. So konnte im Februar 2023 dank BiSa eine Fahrrad-AG an der Schule eingerichtet werden, die es seither Kindern, die daheim das Fahrradfahren nicht erlernen können, ermöglicht, dies im schulischen Rahmen nachzuholen. Sportlehrer Oliver Stein berichtet von imponierenden Erfolgen. Im April sponsorte BiSa einen Selbstverteidigungskurs der Sportschule Kwak für alle Kinder im Patenprogramm, Kursleiter Kyung-jin Kwak habe sich begeistert davon gezeigt, wie aufmerksam und engagiert die Kinder mitgemacht hätten.
Wer sich vorstellen kann, einem der Kinder unter die Arme zu greifen, kann sich per E-Mail an patenprogramm@kfs-eutingen.de oder telefonisch im Sekretariat der Schule unter (07231) 391077 melden. Es brauche keine pädagogische Vorbildung, auch Schüler ab Klasse 9 könnten eine Patenschaft übernehmen. Notwendig sei mindestens eine Stunde Zeit pro Woche. Die Schule stellt die Räumlichkeiten. Als Kooperationslehrkräfte stehen Katharina Albrecht und Santana Beideck während der Patenschaft, die zumindest auf ein Jahr angelegt sein sollte, für Rückfragen zur Verfügung.

