Sie appellieren an Eltern, ihren Kindern einen kritischen Umgang mit digitalen Medien beizubringen: Das Lilith-Beratungsteam Maria Candido, Ute Schukraft, die neue Sozialpädagogin Kerstin Heilmann, Leiterin Angela Blonski und Annika Huge (von links) in einem Büro der Beratungsstelle in der Kronprinzenstraße.
Pforzheim
Tabus helfen nur den Tätern: Lilith-Beratungsstelle in Sorge um schweren sexuellen Missbrauch von sehr jungen Kindern

Pforzheim. Noch ist der Jahresbericht 2019 nicht gedruckt, aber Angelika Blonski, langjährige Leiterin der Lilith-Beratungsstelle, erkennt schon jetzt bedenkliche Entwicklungen: Zum einen musste sich das Team aus Psychologen und Sozialpädagogen im vergangenen Jahr bei den weit über 200 Fällen insbesondere um 19 Kinder unter 14 Jahren kümmern, die schwer missbraucht worden seien.

Zum anderen berichtet die Sozialpädagogin Ute Schukraft über die wachsende Zahl an Vorfällen in dritten und vierten Grundschulklassen, bei denen sich Erwachsene in Chats an Kinder heran machten und von Bildmaterial vergewaltigter Kinder, das auf Schulhöfen kursiere. Aus Sicht der Expertinnen ist es unbedingt erforderlich, dass Eltern und Lehrer die Mädchen und Jungen bei ihrem Umgang mit sozialen Medien begleiteten und sie über die Gefahren informierten. Es gebe keinen Viertklässler, so Schukraft, der nicht Kontakt zu sozialen Medien habe. Und damit auch erheblichen Gefahren ausgesetzt sei. Ihre Präventionsarbeit ziele darauf ab, den jungen Nutzern etwa Grooming-Verhalten von älteren Männern zwecks Sex-Anbahnung zu erklären oder auf die Gefahren vom Weiterleiten freizügiger Bilder hinzuweisen.

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Die Lilith-Beratungsstelle ist telefonisch erreichbar unter (07231) 353434

www.lilith-beratungsstelle.de