Pforzheim. Noch ist der Jahresbericht 2019 nicht gedruckt, aber Angelika Blonski, langjährige Leiterin der Lilith-Beratungsstelle, erkennt schon jetzt bedenkliche Entwicklungen: Zum einen musste sich das Team aus Psychologen und Sozialpädagogen im vergangenen Jahr bei den weit über 200 Fällen insbesondere um 19 Kinder unter 14 Jahren kümmern, die schwer missbraucht worden seien.
Zum anderen berichtet die Sozialpädagogin Ute Schukraft über die wachsende Zahl an Vorfällen in dritten und vierten Grundschulklassen, bei denen sich Erwachsene in Chats an Kinder heran machten und von Bildmaterial vergewaltigter Kinder, das auf Schulhöfen kursiere. Aus Sicht der Expertinnen ist es unbedingt erforderlich, dass Eltern und Lehrer die Mädchen und Jungen bei ihrem Umgang mit sozialen Medien begleiteten und sie über die Gefahren informierten. Es gebe keinen Viertklässler, so Schukraft, der nicht Kontakt zu sozialen Medien habe. Und damit auch erheblichen Gefahren ausgesetzt sei. Ihre Präventionsarbeit ziele darauf ab, den jungen Nutzern etwa Grooming-Verhalten von älteren Männern zwecks Sex-Anbahnung zu erklären oder auf die Gefahren vom Weiterleiten freizügiger Bilder hinzuweisen.
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Die Lilith-Beratungsstelle ist telefonisch erreichbar unter (07231) 353434

