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Gut gerüstet für den Einsatz: Der 21-Jährige aus Gaggenau kommt nun ins dritte Lehrjahr beim DRK Kreisverband Pforzheim-Enzkreis. © Giesecke
Philipp Weiler (Mitte) in seinem Element: Der Notfallsanitäter in Ausbildung kümmert sich im Rettungswagen gemeinsam mit Praxisanleiter Felix Stößer um eine Patientin – aber natürlich nur für‘s Video. Das dreht TV-Volontärin Isabel Ruf (links). © Giesecke
29.09.2017

Tagsüber Lebensretter– abends Papa: Philipp Weiler ist Azubi des Monats September

Philipp Weiler absolviert eine Ausbildung zum Notfallsanitäter beim DRK Kreisverband Pforzheim-Enzkreis – und das meistert er mit links, obwohl der 21-Jährige einen dreijährigen Sohn und damit eine große Doppelbelastung hat.

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Philipp Weiler über seinen Job. Der 21-Jährige aus Gaggenau macht beim DRK Kreisverband Pforzheim-Enzkreis eine Ausbildung zum Notfallsanitäter und brennt regelrecht für seinen Beruf.

„Meine Mutter ist Arzthelferin und hatte einen Bekannten beim Rettungsdienst. Als ich noch jünger war, durfte ich ihn drei Tage lang begleiten – aber schon nach dem ersten Tag habe ich gewusst, dass das mein Traumjob ist“, erklärt Philipp und strahlt. Das Einsatzgebiet des Auszubildenden ist groß. Es reicht von Verkehrsunfällen über Knochenbrüche und Schlaganfälle bis hin zu Bränden, bei denen Erste Hilfe von Nöten ist. „Es gibt nichts, das es nicht gibt“, meint er. „Das ist eigentlich das Allerschönste an meinem Beruf, denn es wird nie langweilig.“ Aber gleichzeitig ist das auch die größte Herausforderung für Philipp. Denn schwierige Entscheidungen müssen oft in Sekundenschnelle getroffen werden. „Und man muss dabei immer im Hinterkopf behalten, dass es eventuell um ein Menschenleben geht“.

Phillip Weiler ist Azubi des Monats September

„Helfen ist ein schönes Gefühl“

Natürlich erlebt Philipp auch Dinge, die weniger schön sind. „Gleich an meinem ersten Tag wurden wir zu einer Wohnungsöffnung gerufen. Doch der Mann im Inneren war bereits verstorben, als wir ankamen.“ Die meisten Einsätze gehen allerdings glimpflicher aus: Bei einem dringenden Notfall konnte der 21-Jährige mit seinen Kollegen eine ältere Dame wiederbeleben und ins Krankenhaus bringen. „Es ist einfach ein schönes Gefühl, andere Menschen zu retten und ihnen zu helfen“, findet Philipp, der im Oktober ins dritte Lehrjahr seiner insgesamt dreijährigen Ausbildung kommt. Zuvor hatte er sich gegen rund 70 andere Bewerber durchgesetzt.

Unter Aufsicht durfte der junge Mann sogar schon Rettungseinsätze leiten. Die Ruhe zu bewahren ist dabei das A und O. „Er hat eine sehr empathische Art und kann Patienten und Kollegen gut vermitteln, dass er die Situation im Griff hat“, lobt Notfallsanitäter und Praxisanleiter Felix Stößer seinen jungen Kollegen. Genauso sieht das Ausbilder und DRK-Rettungsdienstleiter Herbert Mann: „Der Philipp bringt alles mit, was man als Notfallsanitäter braucht. Er ist sowohl bei Kollegen als auch Patienten sehr beliebt und macht seinen Job hervorragend“.
Dabei sind Berufs- und Privatleben für Philipp nicht leicht unter einen Hut zu bringen, denn seit seinem 18. Lebensjahr ist er Vater eines Sohnes. Heute ist der kleine Ben drei Jahre alt und der ganze Stolz seines Papas. „Das macht natürlich alles etwas umständlicher“, so der junge Mann, der darüber hinaus jeden Tag 45 Minuten hin und zurück zu seinem Wohnort Gaggenau pendelt. „Man muss sich um das Kind kümmern, gleichzeitig danach schauen, dass der Haushalt erledigt wird“. Auch zum Lernen kommt Philipp deshalb erst abends – aber durch die Liebe zu seinem Sohn, einem starken Willen und Durchhaltevermögen ist alles machbar.

Bildergalerie: Phillip Weiler ist Azubi des Monats September

Drei Fragen an Herbert Mann, DRK-Rettungsdienstleiter

1. Was macht man als Notfallsanitäter?

Man ist in erster Linie dafür zuständig, verletzte Patienten zu versorgen. In der dreijährigen Ausbildung lernt man zum Beispiel, die Lage am Einsatzort zu erkennen und einzuschätzen, mit Menschen in Notfall- und Krisensituationen umzugehen und natürlich den Patienten zu stabilisieren und transportfähig zu machen, um ihn in eine Klinik zu bringen.

2. Welche schulischen Voraussetzungen werden für die Ausbildung benötigt?

Als Zugangsvoraussetzung muss mindestens ein mittlerer schulischer Bildungsabschluss vorgewiesen werden. Hauptschüler müssen zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufsausbildung absolviert haben.

3. Welche Eigenschaften sollte ein guter Notfallsanitäter mitbringen?

Teamfähigkeit ist ganz wichtig, genau wie Zuverlässigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität, schnelles Handeln und eine gute Organisation. Natürlich sollte er auch auf Patienten eingehen können und sich in sie einfühlen – vom Säugling bis zum älteren Patienten. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

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