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Der erste Teil der Serie "DNA-Spuren" startet mit Online-Redaktionsmitglied Maximo Gonzalez. 

Teil I der PZ-Serie "DNA-Spuren": Zwischen serbischen Spanienkämpfern und keltischen Völkern

Im Netz sind sie schon seit einiger Zeit der Renner: DNA-Tests. Nicht etwa, um eine mögliche Vaterschaft zu bestätigen, sondern um den eigenen ethnischen Hintergrund zu erfahren. Diese Tests sind besonders in den USA und in Israel beliebt – typische Einwanderungsländer, in denen viele Menschen ihre Herkunft nicht kennen. So richtig populär wurden diese Tests, als Promis ihre Resultate entweder im Fernsehen oder im Netz präsentierten. Die Clips mit den jeweiligen Reaktionen werden millionenfach geklickt. Einige meiner Kollegen der Pforzheimer Zeitung und ich haben uns diesen DNA-Trend genauer angeschaut und uns mit der Unterstützung des Anbieters MyHeritage einem solchen Test unterzogen. Die Ergebnisse werden wir in unserer siebenteiligen Serie „DNA-Spuren“ präsentieren – den Anfang mache ich.

Eine Reportage von Maximo Gonzalez

Eine maurische Festung

Ich war im Vorfeld schon auf einiges vorbereitet. Zu meinem Hintergrund: Meine Eltern stammen aus dem kleinen Dorf Montejaque in der spanischen Provinz Málaga. Montejaque wurde als maurische Festung etwa im Jahre 600 bis 700 nach Christus gegründet. Diese thronte Jahrhunderte lang über der Siedlung in der Serranía de Ronda, bis die Christen das Kalifat Granada zurückeroberten. Da meine Eltern seit Generationen nachweislich aus dem Dorf kommen, war ich mir ziemlich sicher, dass neben iberischem, also spanischem Erbgut, auch nordafrikanisches und orientalisches DNA-Material bei mir festgestellt wird. Gerüchten zufolge stammten blonde Einwohner des Dorfes – wie mein Vater – von napoleonischen Soldaten ab, die sich nach einem erbitterten Kampf in der Region niederließen. Also auch noch französisches Erbgut? Weit gefehlt.

Mit 83 Prozent iberischer DNA habe ich wohl die Güteklasse eines teuren Serrano-Schinkens. Die Ausläufer der Gebiete, bei denen iberische DNA festgestellt werden, können im äußersten Rand jedoch auch Marokko oder andere nordafrikanische Gebiete umfassen.

DNA-Test: Redakteur Maximo Gonzalez testet die Herkunft der PZ-Kollegen
Video

Maximo Gonzalez auf den Spuren der Herkunft seiner Kollegen

Serbische Spanienkämpfer

Interessanter waren für mich die restlichen Ergebnisse: Westlicher Balkan und keltische Länder (Schottland, Irland Wales). „Bitte woher?“ war die Reaktion meiner Familie, als ich die Ergebnisse mit ihnen durchgegangen bin. Vorfahren aus Ex-Jugoslawien? Meine Mutter brachte mich auf eine heiße Spur. Ihre Familie war traditionell politisch linksorientiert – im spanischen Bürgerkrieg kämpften sie aufseiten der Republikaner. Ein Groß-Onkel meiner Mutter war zudem Mitbegründer des „Partido Andalucista“, eine kommunistische Partei in Andalusien. Die republikanische Familie meiner Mutter bekam Unterstützung von kommunistischen Spanienkämpfern, etwa aus Serbien. Spanienkämpfer waren internationale Brigaden, die an der Seite der Republikaner im spanischen Bürgerkrieg in den 1930er Jahren kämpften. Sollte ich tatsächlich zu Teilen von einem dieser befreundeten, serbischen Kämpfer abstammen, dann war die Kooperation zwischen ihnen und meiner Familie enger als vermutet. Eine andere Verbindung zum Westbalkan ist niemandem in der Familie bekannt.

Meine Eltern haben nur wenige Erinnerungsstücke von meinen Urgroßeltern. Im Bürgerkrieg starben viele Familienmitglieder, zudem verbrannten Franco-Anhänger Rathäuser samt Unterlagen und Büchereien mit Archiven. Dies erschwert die Forschung beträchtlich, es macht sie jedoch nicht unmöglich. Zusammen mit Verwandten aus meinem Heimatdorf wollen wir Erzählungen und Geschichten unserer verbliebenen Großeltern zusammentragen – der DNA-Test hat es möglich gemacht. Vielleicht können wir dadurch auch so einige Rätsel des Bürgerkrieges in unserem Dorf lösen.

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Mit dem Anteil an DNA aus keltischen Ländern sieht es da schon anders aus. Ich vermute, dass dies von erheblich älteren Generationen stammt. Zudem ist die britische Kronkolonie Gibraltar nicht weit von meinem Heimatdorf entfernt. Eine Verbindung dazu ist aber eine weitaus wildere Spekulation als die Balkan-Connection. Natürlich handelt es sich bei dem DNA-Test nur um eine Ethnizitätsschätzung. Es ist jedoch trotzdem spannend, die eigene Familiengeschichte und den eigenen Hintergrund zu erforschen.

MyHeritage und die Pforzheimer Zeitung verlosen sieben DNA-Tests

MyHeritage ist eine Firma mit Sitz in Tel Aviv, die weltweit führend im Bereich DNA- und Stammbaum-Forschung ist. In den vergangenen 17 Jahren hat MyHeritage Millionen von Menschen dabei geholfen, neue Verwandte zu finden und ihre ethnische Herkunft zu entdecken. Die DNA-Tests werden bequem von zu Hause aus per Speichelprobe gemacht und per Post eingesendet. Nach etwa drei bis vier Wochen sind die Speichelproben ausgewertet und der Kunde bekommt die Ergebnisse per E-Mail. Die Resultate beinhalten ausschließlich die ethnische Einschätzung, die die Labore von MyHeritage anhand der Proben aufgeschlüsselt haben.

Im Zuge der Serie „DNA-Spuren“ verlost die Pforzheimer Zeitung wöchentlich einen von sieben DNA-Tests. Um bei der Verlosung mitzumachen, senden Sie eine E-Mail mit dem Stichwort „DNA“ an internet@pz-news.de und erzählen uns in ein paar Zeilen, warum Sie einen solchen Test gerne machen möchten. Vergessen Sie nicht Ihre Kontaktdaten, unter die wir Sie bei einem Gewinn erreichen können. 

Kein Glück bei Verlosungen? 

Kein Problem: Mit dem Rabbatcode DNAPFORZHEIM sparen PZ-Leser bei der Bestellung eines MyHeritage DNA-Tests die Versandgebühr von 9 Euro. 

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Maximo Gonzalez

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