Pforzheim. Der Mieterverein Pforzheim und Enzkreis weist auf die angespannte Lage auf dem Pforzheimer Wohnungsmarkt hin. Besonders betroffen sind die Mieterinnen und Mieter im Saacke-Areal und Personen, die durch Indexmietverträge in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Diese Verträge koppeln Mieterhöhungen unabhängig von der wirtschaftlichen Lage der Betroffenen an die Inflationsrate. Beim Indexmietvertrag verzichtet der Vermieter auf das Recht, die Miete immer wieder an die Vergleichsmiete anzupassen.
Laut Deutschem Mieterbund haben Indexmietverträge seit 2022 erheblich zugenommen, besonders bei großen Immobilienunternehmen, die diese Praxis nutzen, um ihre Renditen zu steigern. Menschen am Existenzminimum werden damit weiter belastet.


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„In Pforzheim müssen viele über 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufbringen. Der Mietspiegel zeigt, dass die Durchschnittsmieten in den letzten zwei Jahren um neun Prozent gestiegen sind“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Bezahlbarer Wohnraum werde knapper, während der soziale Wohnungsbau kaum Fortschritte mache. Steigende Lebensmittel- und Energiekosten machten das Wohnen für viele unbezahlbar, besonders für ältere Menschen, Alleinerziehende und Geringverdiener. Der Deutsche Mieterbund fordere seit 2023 ein Verbot dieser Mietform. Der Mieterverein appelliert an die Bundestagsabgeordneten Katja Mast (SPD) und Gunther Krichbaum (CDU), sich für ein Verbot der Indexmietverträge und für eine sozial gerechte Wohnungspolitik einzusetzen. „Wohnraum darf kein Spekulationsobjekt sein, der Staat muss Verantwortung übernehmen und in sozialen Wohnungsbau investieren“.
Der Vorstand des Mietervereins Pforzheim und Enzkreis: „Die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Pforzheim ist besorgniserregend. Wir hören jeden Tag von Mitgliedern, die nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen.“

