Pforzheim. Bei einer Infoveranstaltung in der Alten Schmiede zur Tiergartenerweiterung sind nicht alle Zweifel der Gegner ausgeräumt worden. Sie sollen an dem Planungsprozess beteiligt werden. Über die Höhe des geplanten Hochhauses gehen die Meinungen der Bürger und Experten auseinander. Im zuständigen Fachausschuss warnten einige Stadträte davor, zu niedrig zu bauen.
Die Höhe eines möglichen Hochhauses lässt die Gemüter im Tiergarten hochschlagen. Bei einer Informationsveranstaltung haben sich Bürgermeisterin Sibylle Schüssler, Projektleiter Richard Hofsäß von der Stadtbau Pforzheim, Oliver Lamprecht, Geschäftsführer der Konversionsgesellschaft Buckenberg mbH und Planer Bastian Sevilgen vom Berliner Büro „dreigegeneinen“, den besorgten Bürgern gestellt. Zuhörer zeigten sich wegen der Höhe des geplanten Hochhauses besorgt und wegen des zu erwartenden zusätzlichen Verkehrs. Die Pläne zur Tiergartenerweiterung waren einen Tag zuvor auf positive Resonanz bei den Fraktionen des Planungs- und Umweltausschusses gestoßen. Kern des Siegerentwurfs vom Berliner Büro „dreigegeneinen“ sind 22 Einfamiliengrundstücke und ein parkähnlicher Grünstreifen, der sie von den sechs Geschoßbauten trennt und einen Kindergarten beherbergt. Das umstrittene Hochhaus hatte das Büro in verschiedenen Höhen-Varianten untersucht. Der Gestaltungsbeirat hatte ein 14-stöckiges Gebäude als angemessen empfohlen. „Mit dieser Variante von knapp 50 Metern Höhe wird das Gesamtgefüge im neuen Stadtquartier nicht völlig verändert und das hohe Haus übernimmt eine gut proportionierte Adressbildung zusammen mit dem schon bestehenden Quartierszentrum im Westen. Die Höhe von 50 Meter wird auch im übergeordneten Stadtbild als gut integriebare Höhe für das Pforzheimer Hochpunkt-Profil vom Beirat gesehen“, heißt es in der Begründung. Oliver Lamprecht, Geschäftsführer der Konversionsgesellschaft, erinnerte in der Sitzung daran, dass auf dem Gelände ein Wissenschaftspark mit dichter Bebauung vorgesehen war, der sich klar vom Rest des Neubaugebiets unterscheiden sollte. Das habe jeder Bauherr dem Gestaltungshandbuch entnehmen können. Die Konversionsgesellschaft würde gerne diesen „starken Entwurf“ weiterverfolgen. Stadtrat Bernd Zilly (Unabhängige Bürger) sprach von einer „legitimen Kritik der Anwohner“ die sich übergangen fühlten aber auch von einem notwendigen „architektonischen Hochpunkt“. Bei der Kommunikation habe man Fehler gemacht, räumte Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler ein. Stadtrat Axel Baumbusch (Grüne Liste) und auch Christoph Weisenbacher (WiP) kritisierten die Wortwahl des Bürgervereins Haidach, der sich in einem Brief an die Verwaltung gewandt hatte. Baumbusch warnte vor einem zu niedrigen Hochhaus und verwies auf die Sparkassen-Ellypse. CDU-Stadtrat Andreas Herkommer zeigte sich von dem Entwurf angetan. SPD-Stadtrat Ralf Fuhrmann wies auf den notwendigen soziale Bewohnermix hin, den gerade ein Hochhaus brauche, um nicht zum Problem zu werden.
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