760_0900_22148_.jpg Das „troc“ hat dicht gemacht
Gähnende Leere vor dem Eingang zum „troc“. Das Lokal ist geschlossen, die Außengastronomie abgebaut. 
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Original erhalten ist eine frei stehende Säule mit Reliefschmuck von Rolf Gröger. 

Traditionslokal "troc" in Pforzheim hat dicht gemacht

Pforzheim. „Geschlossen“ steht an der Tür des traditonsreichen Lokals. Die Außengastronomie in der Fußgängerzone ist abgebaut.

Dort wo an diesen sonnig-warmen Tagen vor allem um die Mittagszeit in der Fußgängerzone kaum ein Sitzplatz zu erhalten war, vor dem „troc“, bietet sich derzeit eine leere Fläche. Schirme, Tische und Stühle sind weggeräumt. Wer den Eingang zum Lokal sucht, steht vor einer verschlossenen Tür, sieht im düsteren Ambiente ein „Geschlossen“ auf der Rückseite einer Speisekarte geschrieben, die hinter dem Glaseingang angebracht ist. „Es gab offensichtliche, finanzielle Probleme“, heißt es in der Gastro-Szene. Der langjährige Pächter sei an der für ihn zu hohen Miete gescheitert.

Das „troc“ ist ein Pforzheimer Traditionslokal mit einer besonderen Geschichte. An dieser Stelle stand vor der Zerstörung der Stadt am 23. Februar 1945 das „Schauspielhaus“ (früher Viktoria-Theater, ab 1935 Stadttheater) mit dem Café „Trocadero“. Das unter Denkmalschutz stehende Wohn- und Geschäftshaus Westliche 28 mit dem „troc“ im Hintergebäude war in den Jahren 1952/1953 nach Plänen des Architekten Josef Lorscheidt unter Mitwirkung des vor kurzem gestorbenen Professor Karl Heinz Stocker errichtet worden. Es war der erste Nachkriegsbau in der traditionsreichen „Brötzinger Gass’“, der früheren Flaniermeile.

Das „troc“ wurde schnell zu einem beliebten Treffpunkt an seiner Bar, vor allem aber auch wegen seiner Tanzkapellen, die hier aufspielten. Es gab kaum einen Betriebsausflug, der nicht im „troc“ endete. Im dem war man stolz darauf, kein Animierbetrieb sondern ein „Tanzlokal der alten Schule“ zu sein – und das bei freiem Eintritt.

Die Zeiten änderten sich. Im „troc“ fanden Ausstellungen und Konzerte statt. Beim beliebten „Nightgroove“ war es eine der beliebten Anlaufstellen. Doch ansonsten gab es auch viel Leerlauf – abgesehen vom Sehen und Gesehen werden im Freien, in der Fußgängerzone.

Wie es nun mit dem „troc“ weitergehen wird? Das wollte PZ-news natürlich von Hausbesitzer Marcus Breuning wissen. Doch der war am Donnerstag in seiner Firma nicht erreichbar.