Pforzheim. Als ausgelernter Kaufmann fand er in seiner Jugend seine berufliche und private Zukunft in Caracas (Venezuela), als Träger der Bürgermedaille stand Hermann Schütz viele Jahre lang für das bürgerschaftliche Bemühen um eine schönere Pforzheimer Innenstadt. Vor wenigen Tagen ist Hermann Schütz im Kreis seiner Familie gestorben.
Geboren am 8. Januar 1934 in Pforzheim, erlebte die Kriegsjahre, die Zerstörung der Stadt und die harten Jahre des Wiederaufbaus in allen Facetten der damaligen Zeit. Seine Lehrjahre verbrachte er in Hamburg, wo er hanseatische Kaufmannstugenden und die große, weite Sicht auf unentdeckte Länder mit ihren Geheimnissen erlernte. In Caracas trug er in der Firma Gathmann Hermanos Ltd, dem südamerikanischen Ableger der 1904 gegründeten Firma Gathmann, zur erfolgreichen Marktpositionierung des Handelshauses bei.
1958 schloss er mit seiner Frau Renate in Caracas den Bund fürs Leben. Dem Paar wurden vier Kinder geschenkt. Die Firma Gathmann knüpfte in Übersee, in der Karibik, in Südamerika, den USA sowie den arabischen Staaten ein beständiges Netz von Geschäftskontakten, die auch in schwierigen Zeiten Bestand hatte.
Sein Lebensmotto „Wir tragen Pforzheim in die Welt, und wir sind stolz darauf“ war und ist die gelebte Unternehmensphilosophie eines Hauses, das heute in der fünften Generation von seinem Sohn Bernhard an der Bleichstraße erfolgreich weitergeführt wird. Ihm gelang es unter anderem mit der DELAN-Gruppe, Pforzheimer Händler und Fabrikanten zu überzeugen, den japanischen Markt gemeinsam zu erobern und zu bearbeiten. In dieser Gruppe fanden sich auch alte Klassenkameraden und Jugendfreunde aus der Nachkriegszeit. Hermann Schütz hatte durch seine Kindheitsjahre, durch die gemeinsamen Erlebnisse ein besonderes intensives Verhältnis zu seiner Heimatstadt.
Im Jahr 1994 ging er mit einer Idee an die Öffentlichkeit, das Victor-Rehm-Gebäude und das umliegende Areal umzugestalten. Flanieren und wohlfühlen sollten sich die Bürger im Herzen der Stadt. Schütz gründete mit Unterstützern und Sympathisanten den Verein „Pforzheim mitgestalten“ Als Verschönerungsverein belächelt, entwickelten sie Ideen und Pläne, wie man die Innenstadt aufwerten könnte. Schütz war einer der Vorreiter, um Pforzheims Flusslandschaften wieder mit Leben zu füllen. Unvergesslich die Floßkonzerte auf der Enz. abei spielte die Kooperation mit den Bürgervereinen eine wesentliche Rolle. Im Laufe der Jahre realisierte „Pforzheim mitgestalten“ unter Leitung von Schütz Projekte im Gesamtumfang von über fünf Millionen Euro. Das Stadtbild heute prägen die blauen Bänder der beleuchteten Brücken, funktionierende Brunnen, die Uhr am Leo und vieles mehr. Die Idee, mit einem Bürgerdenkmal eine Mahnung zu setzen, wurde mit den Stelen auf dem Wallberg verwirklicht. Das große Thema Versöhnung trieb Hermann Schütz bis zum Schluss an.
Die Beerdigung findet im engsten Familienkreis statt.

