Pforzheim. Jahrzehntelang hat er die Kommunalpolitik in Pforzheim mitgeprägt. Am Mittwoch, 18. Januar, ist der Alt-Stadtrat Heinrich Schwab im Alter von 92 Jahren gestorben.
Von 1968 bis 1989 hatte der sportbegeisterte SPD-Politiker seinen festen Platz im Gemeinderat, ehe er sich mit 65 Jahren von diesem verabschiedete. Der Träger der Pforzheimer Bürgermedaille, den viele Heini nannten, ist in Brötzingen aufgewachsen. Nach dem Besuch der Höheren Handelsschule wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Er geriet in amerikanische Gefangenschaft. Als er an die Franzosen ausgeliefert wurde, gelang ihm aus einem fahrenden Zug der Sprung in die Freiheit.
Nach Pforzheim zurückgekehrt, schlug sich Schwab als Landarbeiter und Schreiner durch, kam dann zum städtischen Tiefbauamt und wurde schließlich Geschäftsführer einer Schmuckfabrik. 1950 wurde er von der Volksbank abgeworben. Bis er 1986 in den Ruhestand trat, unterstand ihm die Kassenverwaltung. Auch der Sport hat in Schwabs Leben eine wichtige Rolle gespielt. „Wenn Heinrich Schwab nicht als Torwart des 1. FC Pforzheim bei einem Spiel auf dem Germania-Platz einen Kreuzbandriss erlitten hätte, wäre er wohl einer der ,Helden von Bern‘ geworden“, begann der PZ-Artikel zu seinem 90. Geburtstag im September 2014. Schwab war nicht nur Fußball-Trainer bei Germania Brötzingen, der Spielvereinigung Dillweißenstein, des 1. FC Eutingen, des FC Büchenbronn, des VfR Pforzheim, des FV 09 Niefern und des FC Dietlingen, sondern auch Schiedsrichter.
Heinrich Schwab hinterlässt seine Frau Nelli, mit der er im vergangenen März den 70. Hochzeitstag feierte, zwei Kinder, Enkel und Urenkel. Der Termin der Beerdigung steht noch nicht fest.

