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Der hochgeschätzter Autor und Journalisten-Kollege Mike Bartel ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Foto: PK
Der hochgeschätzter Autor und Journalisten-Kollege Mike Bartel ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Foto: PK
03.02.2017

Trauer um Mike Bartel: Journalist mit Leidenschaft und Augenmaß

Pforzheim/Remchingen. Er gehörte zu den Stillen seiner oft geschwätzigen Zunft, dennoch hatte seine Stimme Gewicht – in seiner geliebten Lokalredaktion und in der Stadt, in der er geboren wurde und die für ihn berufliche Heimat geworden war, auch wenn er seinen Lebensmittelpunkt in Remchingen-Wilferdingen hatte: Mike Bartel, Ressortleiter des „Pforzheimer Kuriers“, der Lokalausgabe der „Badischen Neuesten Nachrichten (BNN)“. Nun ist Bartel, wenige Tage nach seinem 55. Geburtstag, im Kreis seiner Familie nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.

Seine Redaktion war ihm ans Herz gewachsen – und er ihr. Viel Herzblut, Schweiß und Nerven investierten die Kollegen, allen voran Bartel, in den Umzug des „Kuriers“ von der Zerrennerstraße in die Fußgängerzone im Herbst vergangenen Jahres. „Er war ganz der Sache verpflichtet“, so der Chefredakteur und Herausgeber der BNN, Klaus Michael Baur, „Mike Bartel hat Journalismus leidenschaftlich betrieben – er war ein Vollblutjournalist.“ Für seine Redaktionskollegen sei Bartel ein Vorbild gewesen.

In seinen Meinungsbeiträgen, insbesondere den mit feiner Ironie durchzogenen Glossen, blitzte immer auch – neben der journalistischen Tugend einer um Objektivität bemühten, unter Zeitdruck stehenden Chronistenpflicht – das preiswürdige Talent eines Zeitgenossen hervor, dessen Leidenschaft das Schreiben war. „Satire und unernste Lyrik“ – so heißt es unter der Rubrik „Schreibt“ im Steckbrief der Autoren in Baden-Württemberg. „miba“, so sein Kürzel beim „Kurier“, schrieb Bücher wie „Winnetou erobert die Côte d’Azur“, „Begrabt mein Gedicht an der Biegung des Abflusses“ oder „Das Hecheln der Bonner Lisa“ – dem ersten Roman auf Klopapier – und hielt kabarettistische Lesungen mit und ohne Musik.

„Das Rathaus hat einen kompetenten und seriösen Vermittler der Pforzheimer Kommunalpolitik verloren“, so OB Gert Hager über einen „liberalen, weltoffenen und hochkompetenten Menschen.“

Die Beerdigung findet am Mittwoch kommender Woche, 8. Februar, um 14 Uhr auf dem Friedhof Wilferdingen statt.

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