„Gure aitaran etxea“ von Eduardo Chillida in Gernika. Foto: privat
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Pforzheim
Trauer um Mitinitiator der Städtepartnerschaft mit Pforzheim: Ehemaliger Bürgermeister Gernikas gestorben
  • Montserrat Casals Freixas

Pforzheim/Gernika. Juan Luis Zuzaeta Aronategui, ehemaliger Bürgermeister von Gernika und zusammen mit Altoberbürgermeister Dr. Joachim Becker Initiator der Städtepartnerschaft zwischen der „Villa foral“ (Stadt der Sonderrechte) und Pforzheim, ist am Montag, 8. August, im Alter von 92 Jahren verstorben. Zuzaeta, Mitglied der PNV (Nationalistische Baskische Partei) lenkte zwischen 1982 und 1991 die Geschicke der Kleinstadt, die mit ihrer Eiche als Freiheitssymbol der Basken eine besondere Stellung im Baskenland genießt.

Im Nachbarort Forua geboren, gründete Zuzaeta nach Abschluss seiner Ausbildung einen Werkzeugbetrieb in Gernika und beschäftigte in den besten Zeiten bis zu sechzig Mitarbeiter. Hauptanliegen waren ihm in seiner Amtszeit die Verbesserung der städtischen Infrastruktur – so gab es zu Beginn seiner Amtszeit noch kein sauberes Trinkwasser in der Stadt–, des Stadtbildes und die Aufrechterhaltung der Erinnerung an die Bombardierung Gernikas durch Hitlers „Legion Condor“ am 26. April 1937.

Er organisierte die Gedenkfeier anlässlich des 50. Jahrestags des Angriffs, machte die Stadt zum Mitglied in der „Union der Städte für den Frieden“, und holte die steinerne Skulptur „Gure aitaren etxea“ („Das Haus unseres Vaters“) des baskischen Künstlers Eduardo Chillida nach Gernika. Vergeblich setzte er sich dagegen für die Rückführung von Picassos gleichnamigem Gemälde nach Gernika ein, das, weil angeblich nicht transportfähig, immer noch im „Museo Reina Sofía“ in Madrid ausgestellt wird.

Erinnerungen in Pforzheim

Becker erinnert sich noch sehr gut an die erste Begegnung mit seinem Amtskollegen im Oktober 1987. Zuzaeta holte Becker vom Flughafen ab, eröffnete ihm im Rathaus unter Anwesenheit des damaligen Kulturministers Joseba Arregui, dass Gernika „mit großer Freude“ eine Partnerschaft mit Pforzheim schließen würde, dass alle Vorbereitungen durch die baskische Regierung schon getroffen worden seien, und beendete die kurze Ansprache mit der Einladung: „Und nun gehen wir essen.“ Zuzaeta, so Becker, sei ein bescheidener Mann und absoluter Familienmensch gewesen, der seine spärliche Freizeit am liebsten in seinem Garten verbracht habe.

Auch Montserrat Casals Freixas, Vorsitzende der Deutsch-Hispanischen Gesellschaft (DHG), die Zuzaeta erst Ende der 1990er-Jahre kennenlernte, erinnert sich an den Verstorbenen als einen „umgänglichen“ Menschen ohne jegliche Allüren.

Montserrat Casals Freixas schreibt für die DHG über Pforzheims Partnerstadt Gernika in Spanien.