Pforzheim. Mit Entertainment für eine bessere Welt wollten Maren Kling, Michael Bukowski, Martin Oetting und Kai Schächtele als Truppe „vollehalle“ am Samstagabend im Kulturhaus Osterfeld die Menschen aufrütteln. Und passend zur Pforzheimer Klimaschutzwoche für den Klimaschutz begeistern.
Ständig die schon bald drohende Apokalypse durch den Klimawandel und die Mission des aktiven Klimaschutzes vor Augen, wirkt die Truppe aus Berlin, die auf Einladung der „was wäre, wenn“-Reihe des Pforzheimer Dezernats für Planen, Bauen, Umwelt und Kultur gastiert, recht missionarisch.
Ein Besucher moniert in der anschließenden Diskussion obendrein das vermisste Ziel der Veranstaltung: „Was wäre, wenn es auf einmal Lust macht, beim Kampf gegen den Klimawandel mit anzupacken“. Eine Lösung liefert ihm nicht die Bühne, sondern eine Zuschauerin: „Es macht mir Spaß, Elektroauto zu fahren und ich habe schon andere damit begeistert“, erzählt sie freudestrahlend.
Die angekündigte „Klimawandel-Bühnenshow“, die zwar teilweise kabarettistische Züge hat, bot allerdings wenig Spaß, sondern bestand größtenteils darin, in filmischen Kurzbeiträgen unterschiedliche Klima-Aktivisten zu Wort kommen zu lassen und ihre Aktionen den rund 50 Besuchern, darunter auch Bau- und Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler, vorzustellen.
Da ist beispielsweise eine Anwältin, die die Bundesregierung und die Europäische Union im Namen mehrerer Familien auf die Einhaltung der Klimaschutzziele verklagt. Eine weitere Aktivistin kämpft für das Ziel, dass Deutschland seine Aktien aus Unternehmen abzieht, die mit Öl, Gas und Kohle Geld verdienen. An anderer Stelle wird für eine gerechte C02-Abgabe geworben: Derjenige, der wenig Spuren hinterlässt, zahlt auch wenig.
Auch Flugreisende, die nicht auf den Flug verzichten können oder wollen, haben heute schon die Möglichkeit, übers Internet entsprechend ihres durch den Flug hinterlassenen CO2-Fußabdrucks, freiwillig für Klimaschutzprojekte zu spenden. Aus der Freiwilligkeit hätte ein Besucher in der Diskussion gerne eine Pflicht gemacht. Andere forderten einen kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr.
Auf die Finanzierung dieses Wunsches – bei leeren Kassen – angesprochen, verweist Schüssler auf die Notwendigkeit, das Geld umzuverteilen und auf zusätzliche Unterstützung von Bund und Land. Die Bürgermeisterin räumt aber auch ein, dass die Stadt derzeit keine Einflussmöglichkeiten habe, da der öffentliche Personennahverkehr privatisiert sei. Ein weiter Vorschlag kam von einem Gemeinderat: Den Bustransport an bestimmten Wochentagen kostenfrei anzubieten.

