AfD-Jungpolitikerin Julia Gehrckens
Unter Druck: Julia Gehrckens von der AfD.
Markus Scholz/dpa
Pforzheim
„Unangemessen, geschmacklos und inhaltlich problematisch“: Nach Aussage über Pforzheim – Folgen für AfD-Jugendvorständin Gehrckens
  • Jörg Ratzsch

Berlin/Pforzheim. Nach Ordnungsmaßnahmen gegen den AfD-Nachwuchspolitiker Kevin Dorow ist ein weiteres Vorstandsmitglied der neu gegründeten AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) unter Druck geraten. Die niedersächsische GD-Vorständin Julia Gehrckens wurde vom AfD-Bundesvorstand um eine Stellungnahme gebeten, wie in Parteikreisen bestätigt wurde.

Hintergrund sind Aussagen, die durch eine RTL- und „Stern“-Recherche bekannt wurden. Eine Reporterin hatte im Sommer 2025 undercover Filmaufnahmen gemacht. Gehrckens soll darauf zu hören sein, wie sie Pforzheim als „gottlose Kanaken-Stadt“ und Linke als „geisteskrank“ bezeichnet. Weiterhin soll sie die Behauptung bestätigt haben, die Banken in Amerika würden den Juden gehören – „das stimmt halt auch“.

Der niedersächsische AfD-Landesverband, dem Gehrckens angehört, teilte auf Anfrage mit, dass Gehrckens eine Rüge ausgesprochen wurde. Der Landesvorstand habe sie darauf hingewiesen, dass „unangemessene, geschmacklose und inhaltlich problematische Äußerungen“ für die AfD inakzeptabel seien - unabhängig davon, ob sie im vermeintlich privaten Bereich getätigt wurden.

„Wir gehen davon aus, dass der Bundesverband sich diesem Urteil anschließen wird.“ Gehrckens habe ihr Verhalten sehr bedauert.

Die Äußerungen sollen demnach bei einem „Frauenkongresses“ der ESN-Fraktion im Europaparlament, der auch die AfD angehört, gefallen sein sowie rund um ein Treffen des Frauen-Netzwerks „Lukreta“, das im Jahresbericht des Verfassungsschutzes Nordrhein-Westfalen 2024 den „rechtsextremistischen Akteuren“ zugerechnet wird.

Gehrckens war im November in den Vorstand der neu gegründeten AfD-Nachwuchsorganisation gewählt worden.