
Pforzheim. Drehen wir zum Start doch mal eine Runde durch Oslo. Zur Schweigaards gate. Hinein in diesen unscheinbaren, herrlich verratzten Laden mit dem Namen „Neseblod“. Norwegisch für „Nasenbluten“. Musikfans aus aller Welt mit einem Faible für düsteren Heavy Metal strömen hierher, weil sie eben nicht oder nicht mehr streamen wollen. Nicht nur Alte. „Geh’ mal die Treppen da runter“, ruft ein Papa seinem Sohnemann zu: „Alles voller Platten!“ Schwupps, düst der Teenager die halsbrecherisch enge Wendeltreppe hinab. Hochgefühl durch Vinyl. Klingt irgendwie abgedreht. So wie die Annahme, die Goldstadt könnte zu einem ähnlichen kleinen Hotspot werden. Wer die aktuelle Entwicklung beobachtet, reibt sich den Hinterkopf – verwundert über die eigene Einschätzung: Warum eigentlich nicht?
Eine Analyse von PZ-Redakteur Claudius Erb
Die allermeisten hatten sich zwischenzeitlich von ihrer Vinyl-Sammlung getrennt, zum Schleuderpreis verscherbelt oder gar verschenkt. Weil erst die verheißungsvoll glitzernde CD und schließlich die durchs Digitale wabernden Daten den Tonträgern den Rang abliefen. Auch Compact Discs gehörten
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