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Nach rund einer Stunde konnte der Verletzte befreit werden. © Integrierte Leistelle
Die Feuerwehr ist vor Ort, um einen Verschütteten zu retten. © Meyer
Die Feuerwehr hat mit Hilfe einer Drehleiter einen Verletzten auf der A8-Baustelle in Eutingen geborgen. © Meyer
03.06.2019

Unfall auf A8-Baustelle in Eutingen: Bauarbeiter lebensgefährlich verletzt

Pforzheim-Eutingen. Auf der A8-Baustelle in Eutingen hat sich am Montagvormittag ein schwerer Unfall ereignet: Wie die Polizei bestätigte, wurde dort bei Bagger-Arbeiten ein Mitarbeiter einer Baufirma zwischen einem Rohr und einer Verschalung eingeklemmt. Polizeisprecher Frank Otruba zufolge erlitt er lebensgefährliche Verletzungen.

Bildergalerie: Schwerer Unfall auf A8-Baustelle: Arbeiter verschüttet

Eutingen: Arbeiter nach Unfall auf Baustelle in Lebensgefahr

Insgesamt 36 Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr Pforzheim und den Freiwilligen-Abteilungen Eutingen, Haidach und Dillweißenstein, eine Rettungswagenbesatzung sowie Notarzteinsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes und die Polizei eilten nach dem Alarm um 10.24 Uhr zu der Baustelle am Hörnleweg, wo sich der Unfall ereignet hatte. Ein Mitarbeiter einer Baufirma war bei Baggerarbeiten in einer rund fünf Meter tiefen Grube zwischen einem Rohr und einer Verschalung eingeklemmt. Nach bisherigem Ermittlungsstand befand sich der 42-jährige Bauarbeiter innerhalb einer Sicherungskonstruktion eines zu verlegenden Abflussrohres. Wie die Polizei mitteilt, lief er hierbei auf dem Betonrohr und rutschte aus bisher noch ungeklärten Gründen zwischen die Sicherungskonstruktion und das Bauteil. Die dortigen gelben Schutzwände haben sich vermutlich durch nachrutschende Erde verschoben, so dass der Mann vom Becken an abwärts so schwer zwischen Rohr und Verschalung eingeklemmt wurde, dass ihn die Berufsfeuerwehr befreien musste.

Schwierige Rettung des Verletzten

Insgesamt gestaltete sich die Rettung des Verletzten laut dem stellvertretenden Pforzheimer Feuerwehrkommandanten Guido Lobermann „äußerst komplex“. Wegen der Platzverhältnisse auf der Baustelle konnte der 50-Tonnen-Kranwagen der Berufsfeuerwehr leider nicht zur Rettung eingesetzt werden. Mit hydraulischen Rettungsgeräten und pneumatischen Hebekissen konnte der eingeklemmte Arbeiter nach rund einer Stunde befreit, mit einer Schleifkorbtrage und der Drehleiter angehoben und schließlich mit Muskelkraft über Leiterteile aus der Grube gerettet werden.

Der Verletzte wurde zunächst vor Ort versorgt und anschließend mit einem Rettungshubschrauber in eine Stuttgarter Klinik gebracht, um einen möglichst schonenden Transport zu ermöglichen, was im Rettungswagen auf dem Baustellengelände nicht möglich gewesen wäre.

Die Arbeit ohne schweres Hilfsgerät bedeutete eine immense Anstrengung für die Einsatzkräfte, die bei knapp 30 Grad rund eine Stunde lang auf der Baustelle neben der Autobahn beschäftigt waren. Mit der schweren Arbeitsmontur war das besonders kräfteraubend, die Feuerwehrleute mussten einen Nachschub an Trinkwasser ordern, um sich selbst zu versorgen. „Zum Glück funktioniert die Feuerwehr in solchen Situationen wie ein Roboter“, erklärte Lobermann. Erst nach der Rettung komme die Zeit, um sich über extreme Wetterlagen und erschwerte Bedingungen – so wie gestern – Gedanken zu machen.

A8-Verkehr nicht beeinträchtigt

An der A8-Baustelle wird seit Monaten gearbeitet. Die Autobahn soll dort sechsspurig ausgebaut werden. Während der Arbeitsunfall den Einsatzkräften viele Anstrengungen bereitete, wirkte er sich nicht auf den Verkehr auf der A8 aus. Der Grund: Bisher belaufen sich die Ausbauarbeiten auf die unmittelbare Umgebung der Fahrbahnen.

Bei der betroffenen, etwa 30 Meter neben der A8 gelegenen Baustelle wurden am Montag drei bis vier Tonnen schwere Betonrohre ins Erdreich verlegt.