Pforzheim. Verkleidung hin oder her – die Narren ließen sich auch in diesem Jahr nicht täuschen. Als Uni-Absolvent Peter Boch am Samstagvormittag vor dem Neuen Rathaus erschien, halfen ihm auch seine drei Musketiere nichts: Der Pforzheimer Oberbürgermeister wurde schnell enttarnt. Und wie es die Tradition will, musste er nach kurzem Schlagabtausch den goldenen Rathausschlüssel abgeben.
Zahlreiche Karnevalsgesellschaften, Hästräger und Narrengruppen aus Pforzheim und der Umgebung hatten sich in der Fußgängerzone versammelt, um gemeinsam zum Rathaus zu ziehen. Dort erwartete sie Boch mit drei Musketieren an seiner Seite zu einem symbolischen Verteidigungsversuch. Doch auch dieser war rasch beendet: Die Narren übernahmen das Kommando.

Im Foyer des Neuen Rathauses erklärte der als Student auftretende Rathauschef augenzwinkernd, er wolle künftig in Pforzheim studieren und vielleicht sogar promovieren, bevor er seinen Platz bis Aschermittwoch räumte. Gleichzeitig warb Boch abermals für die Idee einer zehnten Landesuniversität in der Goldstadt. Mit einem gereimten Abschiedsgruß machte er schließlich den Weg frei: „Das Rathaus, das ist mir bekannt, nehmt ihr mir heute aus der Hand.“
Bis Aschermittwoch regiert nun die Karnevalsgesellschaft Hochburg 1972 Pforzheim mit Präsident Mario Romeiko und Vizepräsident Harald Götz das Rathaus. Zum Abschluss lud der entmachtete Oberbürgermeister die närrische Schar zu einem Umtrunk mit kleinem Imbiss ins Foyer ein.



