Pforzheim/Enzkreis. Tagelang war es heiß, am Mittwoch sollte es nass werden – eigentlich: Aufgrund eines drohenden Unwetters musste das Wartbergbad am Mittwochnachmittag geräumt werden. Doch der große Regen blieb bis zum Abend aus – anders als in anderen Teilen Baden-Württembergs, wie etwa dem Kreis Karlsruhe, wo es wie aus Eimern schüttete.
Dunkle Wolken, Donnergrollen, Unwetterwarnung – das hat das Team des Wartberg-Freibads am Mittwoch gegen 16.30 Uhr auf den Plan gerufen. Man handelte schnell, beorderte die Schwimmer zunächst aus dem Wasser und dann sämtliche rund 500 Besucher innerhalb von zehn Minuten aus dem Bad, da es wegen der Corona-Verordnung keine Möglichkeit gibt, sich irgendwo unterzustellen, geschweige denn unter Bäumen. Es war das erste Mal in dieser Saison, dass eine solche Maßnahme ergriffen werden musste. Das Goldstadtbäder-Team arbeitete Hand in Hand mit dem von der Stadt beauftragten Security-Unternehmen zusammen.
App gibt Warnung heraus
Auch über die App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ("NINA") wurde eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben. Ein schweres Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel standen der Region laut Mitteilung bevor. Bis zu 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und Stunde sollten demnach auf Pforzheim und den Enzkreis hinunterprasseln. Außerdem war von Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von rund 80 km/h die Rede. Doch bis zum Abend nieselte es lediglich kurz im Pforzheimer Stadtgebiet.
Hagel und Starkregen in Baden-Württemberg
Blitze, Hagel und Starkregen haben im Südwesten die Einsatzkräfte in Atem gehalten. Am Rheinauer See bei Mannheim wurde ein 27-Jähriger von einem herabfallenden Ast am Kopf getroffen und hierbei lebensgefährlich verletzt, wie die Polizei am Mittwochabend mitteilte. Im Hochschwarzwald wurde ein Waldarbeiter von einem Blitz getroffen und verletzt.
Nach Polizeiangaben vom Mittwoch war der 24-Jährige am Vortag nahe Grafenhausen (Kreis Waldshut) dabei, einen Baum zu fällen, als der Blitz in den Baum einschlug und auch den Mann traf. Er erlitt Verletzungen an den Füßen und im Bereich einer Hosentasche, wo er sein Smartphone verstaut hatte. Ein Rettungshubschrauber flog den Mann in eine Klinik.
Mehrere kleine Erdrutsche
Weiter nördlich im Schwarzwald sorgten am Dienstag mehrere kleine Erdrutsche für eine Straßensperrung. Die Bundesstraße 294 zwischen Elzach (Kreis Emmendingen) und Mühlenbach (Ortenaukreis) bleibt laut Polizei noch vermutlich bis mindestens Freitag unpassierbar. Auch im Osten des Landes sorgten Sturm, Hagel und Regel für Straßensperrungen und Behinderungen. Auf der Autobahn 6 bei Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) geriet am Dienstagabend ein 57-jähriger Autofahrer durch Aquaplaning ins Schleudern. Nach Polizeiangaben überstand der Mann den Unfall unverletzt, es entstand aber ein Sachschaden von rund 92 000 Euro.
Im Raum Karlsruhe und Rastatt sorgte ein Unwetter für Probleme im Bahnverkehr. Die Strecke zwischen den beiden Städten wurde zeitweise gesperrt, es gab Ausfälle und Verspätungen, wie die Bahn mitteilte. Betroffen waren unter anderem Fernverkehrsverbindungen in die Schweiz und auch der TGV nach Paris. Bei einem Seniorenheim in Brühl (Rhein-Neckar-Kreis) wurde das Dach abgedeckt und das Gebäude hierbei so schwer beschädigt, dass für einen Teil Einsturzgefahr besteht.
A5 kurzzeitig gesperrt
Auch auf den Straßen gab es Einschränkungen: Wegen herabgefallener großer Äste war die A5 kurzzeitig in zwei Bereichen nur eingeschränkt befahrbar, teilte die Karlsruher Berufsfeuerwehr am Abend mit. In der Stadt Karlsruhe und in Ettlingen seien am Nachmittag rund 60 Einsatzstellen gemeldet worden, vor allem umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und überspülte Fahrbahnen.
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) müssen sich Menschen im Südwesten noch bis zum Wochenende auf weitere kräftige Unwetter einstellen. Bis Freitag seien heftiger Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich, sagte Meteorologe Peter Zedler. «Das Risiko besteht überall.» Die Temperaturen sinken allmählich leicht, es bleibe jedoch noch immer sommerlich warm.
Bei Höchsttemperaturen zwischen 24 Grad und 32 Grad besteht auch für Donnerstag in vielen Teilen des Landes eine Hitzewarnung, die Waldbrandgefahr ist ebenfalls noch nicht vorüber. Mit Temperaturen von bis zu 22 Grad bis 28 Grad entspannt sich die Situation laut DWD aber vermutlich am Freitag.


Warnung für alte und pflegebedürftige Menschen: Deutscher Wetterdienst weitet Hitzewarnung für Pforzheim und den Enzkreis aus
Hitze und Schauer
In den vergangenen Tagen hatte der Deutsche Wetterdienst immer wieder vor starker Hitze gewarnt. In der Region zeigte das Thermometer seit dem Wochenende immer wieder Temperaturen um die 35 Grad an. Bis zum kommenden Wochenende müssen sich die Menschen in Baden-Württemberg laut Wetterdienst auf weitere Gewitter einstellen.
Am Donnerstag müssen sich die Menschen in Baden-Württemberg auf Schauer einstellen, kühler wird es jedoch erstmal nicht. Den Tag über wird es den Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zufolge meist wolkig mit teils schauerartigem Regen. Vereinzelt soll es gewittern, im Laufe des Tages vor allem im Osten des Landes sowie im Bergland kräftiger. Die Höchsttemperaturen halten sich bei 24 Grad im Bergland und mit bis zu 32 Grad im Rhein-Neckar-Raum.
Am Freitag erwarten die Meteorologen weiterhin Regen und Gewitter im Land. Die Temperaturen sinken leicht mit Höchstwerten zwischen 22 und 28 Grad.

